Lass es blühen!

"Lass es blühen!" - klingt nicht nur wie ein Befehl, ist auch einer und zwar ein ganz wunderbarer zum Auftakt der alljährlichen "Blumensamen-Aktion" des Amts für Umweltschutz und des Umweltbüros der Evangelische Landeskirche in Württemberg. Folglich haben Degerlochs Dekanin Kerstin Vogel-Hinrichs, Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn und die GrundschülerINNEN der Garten-AG der Möhringer Riedseeschule die "Stuttgarter Blumensamenmischung" ausgestreut.

Initiative "Lass es blühen! - Gemeinsam für Insektenvielfalt" an der Riedseeschule gestartet

Auftakt zur Blumensamen-Aktion 2019 mit Dekanin Kerstin Vogel-Hirnichs (3.v.l.) und Oberbürgermeister Fritz Kuhn (2.v.r.)

Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Schirmherr der Initiative "Lass es blühen! - Gemeinsam für Insektenvielfalt" erinnerte zum Auftakt der Garten-Aktion daran, dass Insekten ein wesentlicher Beistandteil unseres Ökosystems seien, da sie Pflanzen bestäuben, für fruchtbare Böden und somit zur Reinigung des Gewässers beitragen würden. Außerdem seien sie die Nahrungsgrundlage für viele andere Tiere und eine Welt ohne Insektenwäre wäre für den Menschen undenkbar. Und er "befahl" den SchülerINNEN, es auch in den heimischen Gärten gleichzutun, denn jeder könne handeln.

"Jeder Garten ist ein Buch Gottes, aus dem das Wunder ersehen werden kann, das Gott täglich tut", zitierte Kerstin Vogel-Hinrichs, Dekanin von Degerloch, den Reformator Martin Luther. "Doch Luther kannte noch nicht unsere modernen Kiesgärten, in denen keine Biene Pollen oder Nektar und keine Amsel einen Wurm findet", so Vogel-Hinrichs weiter. Daher warb die Dekanin bei den Kindern darum, die Vielfalt der Schöpfung für unsere Nachkommen zu erhalten und wünschte sich zudem noch viel mehr blühendere Pfarrgärten.

Und dann ging es ans gemeinsame Tagewerk: Oberbürgermeister, Dekanin und die GrundschülerINNEN streuten die Blumensamenmischung, bestehend aus 20 verschiedenen einjährigen Wildblumenarten, aus und klopften diese mit Hilfe eines Bretts in das bereits dafür vorbereitete Beet im Grundschulgarten. Die Gieskannen voller Wasser blieben an diesem Tag neben dem Beet stehen, denn der langsam einsetzende Regen sorgte für die nötige Bewässerung.

Die Garten-AG der Riedseeschule wird sich im Laufe der kommendenen Monate weiter um ihre Wildblumen kümmern, denn die Schule gehört zu einer von vier Pilot-Schulen, die sich am Projekt "Naturzeiten im Ganztag" der Abteilung Bildungspartnerschaft der Stadt Stuttgart beteiligen.

Wer es den Grundschülern und -schülerinnen gleich tun möchte, der bekommt die Tütchen mit der "Stuttgarter Blumensamenmischung" an der Pforte des Hospitalhofs (Büchsenstraße 33) bzw. des Oberkirchenrats (Gänsheidestraße 4) sowie alle weiteren Informationen rund um diese Aktion beim Umweltbüro der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Fotos: Dagmar Hempel