Neue persönliche Referentin des Stadtdekans

Zum 1. April 2019 tritt Pfarrerin Eva Deimling aus Leinfelden die Stelle der persönlichen Referentin des Stadtdekans an. Damit folgt sie auf Pfarrerin Astrid Riehle, die als Gemeindepfarrerin in die Paul-Gerhardt-Gemeinde im Stuttgarter Westen gewechselt ist.

6 Fragen an Pfarrerin Eva Deimling...

Neue persönliche Referentin des Stadtdekans: Pfarrerin Eva Deimling

Zum Aufgabengebiet der persönlichen Referentin gehören kirchliche Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen oder Beerdigungen im Gemeindebezirk des Stadtdekans, aber auch die kirchliche Mitgestaltung bei Großereignissen wie dem Kirchenkreistag usw. Und bevor es im Dekanatamt Stuttgart-Mitte für Eva Deimling so richtig losgeht, hat sie sich noch für eine kleine Vorstellungsrunde Zeit genommen.

RED: Gestern noch Gemeindepfarrerin in der neu fusionierten Evangelischen Kirchengemeinde Leinfelden, ab 1. April 2019 persönliche Referentin des Stuttgarter Stadtdekans. Was wird sich in Ihrem Leben als Pfarrerin wohl ändern?

ED: Sicher werde ich mehr unterwegs sein, da ich in einer viel größeren Einheit im Einsatz bin. Auch werde ich tiefe Einblicke in übergemeindliche Strukturen und Gremien gewinnen und mich noch intensiver mit der Frage auseinandersetzen, wie Kirche in der Zukunft aussehen wird. Darauf bin ich sehr gespannt.
 
RED: Apropos "Kirche und Zukunft", was ja auch immer mal wieder eine Fusion von Kirchengemeinden bedeutet... Ihre alte Kirchengemeinde ist diesen Weg gegangen und hat zum 1. Januar 2019 fusioniert. Wie haben Sie den Fusionsprozess wahrgenommen?

ED: Es war ein langer, manchmal steiniger Weg, den die beteiligten Kirchengemeinden miteinander gegangen sind. Drei Jahre lang traf sich die Steuerungsgruppe und diskutierte in einem Beratungsprozess die verschiedenen Möglichkeiten. Manchmal drehten wir uns im Kreis, machten zwei Schritte vor und einen zurück, aber auch das war wichtig. Im Laufe der Zeit baute sich Misstrauen ab, die Gemeinden lernten sich immer besser kennen, sodass es von den Beteiligten schließlich hieß: Aus der geplanten „Vernunftehe“ sei eine „Liebesheirat“ geworden.
 
RED: Wie romantisch - dazu wäre mir spontan die Schlagzeile "Liebesheirat in Leinfelden" für die Pressemitteilung zur Fusion eingefallen. Doch kommen wir nochmals zurück auf Leinfelden, was ja im Speckgürtel von Stuttgart liegt. Haben Sie einen Umzug in die Landeshauptstadt geplant?

ED: Da mein Mann geschäftsführender Pfarrer in Leinfelden ist, will ich weiter im dortigen Pfarrhaus wohnen. Doch meine Arbeitskraft wird umziehen und in der Landeshauptstadt zum Einsatz kommen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kann ich mein Büro im Hospitalhof innerhalb von 20 Minuten erreichen.
 
RED: Manchmal ist man ja als PfarrerIN auch froh, wenn man nicht schon wieder die Koffer packen muss, weil ein Stellenwechsel ansteht, zumal Sie ja in der Vergangenheit schon ein paar Mal umgezogen sind. Erzählen Sie mal...

ED: Ja, ich bin wirklich schon oft umgezogen: Von Hohenlohe, wo ich geboren und aufgewachsen bin, nach Berlin zum Studium der Theologie und Arabistik, dann für ein Jahr in die Altstadt von Jerusalem, finanziert durch ein Stipendium vom Ökumenischen Rat der Kirchen. Das Vikariat absolvierte ich in Bad Liebenzell. Anschließend arbeitete ich 3 Jahre am Ulmer Münster als „Pfarrerin zur Anstellung“. Es folgten Pfarrstellen in Rottweil, Niederstotzingen, Brenz-Bergenweiler und zuletzt Leinfelden-Unteraichen.

RED: Da fällt mir spontan der Ausspruch "Kinder, wie die Zeit vergeht!" ein. Apropos Kinder, Sie haben zwei Töchter. Wie erleben die so ihre „Working Mum“?

ED: Unsere Töchter sind 16 und 18 Jahre alt. Sie sind in einer Familie aufgewachsen, in der beide Elternteile als „Pfarrer/in“ arbeiten. Sie kennen es nicht anders, als dass beide an hohen kirchlichen Festtagen wie Heilig Abend unterwegs sind und nach mehreren Gottesdiensten erschöpft nach Hause kommen. Inzwischen sind sie alt genug, um das einordnen und wertschätzen zu können. So begleiteten sie mein Kontaktstudium „Vernetzen-Verantworten-Leiten“, das ich 2017 an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg abgeschlossen habe, mit interessierten Fragen und sie freuten sich beide, als ich ihnen von der neuen Stelle berichtete.

RED: Und wenn dann mal Feierabend ist, wo oder wie trifft man Eva Deimling an?
 
ED: Da gibt es mehrere Möglichkeiten: Als Ausgleich zum vielen Sitzen gehe ich 1-2 Mal in der Woche zum Kraft- und Ausdauertraining. Dazu kommen besonders an Sonntagnachmittagen ausgedehnte Spaziergänge durch den Schönbuch. Phasenweise singe ich gern in Chören mit, wobei ich als C-Musikerin (nebenberufliche Organistin) die klassische Kirchenmusik bevorzuge.
Außerdem nutze ich zusammen mit meinem Mann die großartigen Kulturangebote, die Stuttgart zu bieten hat. Regelmäßig gehen wir in die Oper, ins Ballett oder ins Theaterhaus und treffen dabei inzwischen fast jedes Mal Leute, die wir kennen.

RED: Und da werden jetzt noch weitere spannende Begegnungen an Ihrer neuen Stelle dazukommen. Ihnen dafür ein gutes Gelingen!