Mörike ist jetzt "Fairtrade-School"

Das Evangelische Mörike-Gymnasium im Stuttgarter Süden ist jetzt eine Fairtrade-Schule. Mit der Auszeichnungsfeier am 9. April 2019 wurde der Titel „Fairtrade-School“ offiziell vom Verein TransFair e.V. an „das Mörike“ verliehen. „Wir freuen uns riesig über die Auszeichnung als Fairtrade-Schule. Damit wollen wir ein Zeichen für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Entwicklungsländern setzen“, erläutert Sonja Spohn, Schulleiterin der Evangelischen Mörike-Schulen.

Philipp Keil (r.), geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ), übergibt die offizielle Urkunde zur Fairtrade School an das Fairtrade-Schulteam des Mörike

Auftritt des Hope Theatre Nairobi bei der Auszeichnungsfeier zur Fairtrade School am Mörike

Sich gesellschaftlichen Aufgaben zu stellen und Verantwortung für andere zu übernehmen, sei schon immer Anspruch und Aufgabe des Evangelischen Mörike gewesen und bleibe es weiterhin, so Spohn weiter.

Um als Fairtrade-School ausgezeichnet zu werden, müssen fünf Kriterien erfüllt sein. Zunächst muss ein Fairtrade-Schulteam – bestehend aus Lehrerinnen, Lehrern, Schülerinnen, Schülern, Eltern sowie weiteren Interessierten – gegründet und ein Fairtrade-Kompass erstellt werden. In ihm sichern Schule und Schulleitung dem Fairtrade-Schulteam ihre Unterstützung zu. Des Weiteren müssen fair gehandelte Produkte an der Schule verkauft und verzehrt werden. In mindestens zwei Klassenstufen muss in mindestens zwei unterschiedlichen Fächern der Faire Handel im Unterricht behandelt werden. Und schließlich muss es mindestens einmal im Schuljahr eine Schulaktion zum Thema Fairtrade geben.

„Der Faire Handel hat am Mörike schon seit Jahren seinen festen Platz. Neben dem Fairtrade-Sortiment in unserem Pausenverkauf zählen auch das jährliche Faire Frühstück und die Fairtrade-Show des Nairobi Hope Theatre schon seit Längerem fest zu unserem schulischen Programm“, beschreibt Linus Andrzejczak, stellvertretender Sprecher des Fairtrade-Schulteams, den Fairen Schulalltag am Mörike. In diesem Jahr ergänzte die Theater-AG des Mörike die Fairtrade-Aktionen mit dem Stück „Ascheweg 49“ um eine geschichtliche Dimension, denn das Theaterstück beschäftigt sich mit der deutschen Nachkriegszeit und dem Aufbruch zur Bundesrepublik, an deren Anfang das Grundgesetz steht.

Neben den zahlreichen Unterrichtseinheiten seien inzwischen weitere spannende Fairtrade-Aktionen umgesetzt und etabliert worden. So werde jedes Jahr in allen neuen Fünferklassen ein kleines Fairtrade/Umwelt-Quiz durchgeführt. Als Preis erhielte die beste Klasse eine Einladung zu einem Fairen Frühstück im Schülercafé, so Andrzejczak weiter. Durch diese Aktion sollen Alternativen zu konventionellen Bestandteilen eines Frühstücks wie Nuss-Nougat-Creme, Kakao-Getränk, Fruchtsäfte oder Südfrüchten aufgezeigt werden. Deren Produktion ist sehr häufig mit ausbeuterischer Kinderarbeit, Umweltzerstörung und hohem Einsatz von Pestiziden verbunden. Produkte des Fairen Handels bieten dazu eine Alternative. Im Rahmen des Frühstücks werden die Klassen über diese Zusammenhänge informiert und erhalten einen Informationsflyer, um sie mit den Siegeln des Fairen Handels bekannt zu machen.

Inzwischen treten die Mitglieder des Fairtrade-Schulteams auch selbst als Multiplikatoren auf. Anfang November 2018 gaben Victoria Schwarzer, Gründungsmitglied des Fairtrade-Schulteams, und Linus Andrzejczak bei einer Tagung des Evangelischen Schulbundes Südwestdeutschland einen Workshop zum Thema ,,Auf dem Weg zur Fairtrade-School“. Hier stellten sie die Fairtrade-Schools Kampagne sowie die Kriterien vor und teilten Tipps und Erfahrungen, um weitere Schulen von dem Projekt zu überzeugen.

Text und Fotos: Markus Scharzer