Willkommensraum in guten Händen

Was mal als Willkommensraum für Geflüchtete in der Andreaskirche in Obertürkheim begann, hat sich zum Familien- und Stadtteilzentrum Obertürkheim gemausert. Seit Juni liegt nun die Leitung und Gestaltung in den Händen der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH.

Der neue Vertrag ist unter Dach und Fach (v.l.n.r.): Ingo-Felix Meier, Geschäftsführer der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH, Pfarrerin Friederike Weltzien und Bettina Veller, zuständig für alle Familien- und Stadtteilzentren der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH

Am 18.05.2020 war es so weit: Der Mietvertrag zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde Obertürkheim und der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH konnte von beiden Seiten unterschrieben werden. Damit ist die Jugendhausgesellschaft seit Juni 2020 offizielle Mieterin der unteren Räume der Andreaskirche, um das Familien- und Stadtteilzentrum weiter zu betreiben. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge konnte Pfarrerin Friederike Weltzin von der Evangelischen Kirchengemeinde Obertürkheim die Schlüssel an die neuen Betreiber übergeben.

"Wir freuen uns sehr, dass so die begonnene Stadtteilarbeit unserer Gemeinde in professionelle Hände übergeht. Wir als Gemeinde haben mit einer 35% Koordinatorinnenstelle diese Arbeit aufgebaut und jetzt kann sie mit 150%igen Stellenanteilen fortgeführt werden. Es ist vorgesehen, dass ein Team von 4 Hauptamtlichen diese Arbeit leisten wird. Die Miete wird aus den Fördergeldern der Stadt Stuttgart bezahlt und wird so dazu beitragen, dass wir als kleine Kirchengemeinde in der Lage sein werden, die zwei Kirchengebäude zu erhalten.

Die Zeit der coronabedingten Schließung konnten wir gut für die Renovierung der Räume nutzen. Der Luthersaal erstrahlt ganz neu in hellem Weiß. Im ehemaligen Getränkeraum und dem Vorraum dazu wird das Büro eingerichtet werden. Die Gemeindegruppen werden weiterhin wie gewohnt die Räume nutzen können, sie müssen dies nun aber anmelden und mit anderen Interessenten absprechen und anteilig Miete an die Jugendhausgesellschaft zurückzahlen.

Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit der Jugendhausgesellschaft, die nun alle ehrenamtlichen MitarbeiterINNEN des Willkommensraumes übernimmt. Sicher werden wir als Gemeinde erstmal einige Veränderungen annehmen müssen. Aber was gibt es Sinnvolleres für eine christliche Gemeinde als die soziale Arbeit im Stadtteil für alle Generationen zu ermöglichen und zu unterstützen?", so Pfarrerin Friederike Weltzien zur Übergabe des Projekts.

Bisher sind noch keine Sektkorken geknallt, denn die Abstands- und Hygieneregeln erlaubten dies noch nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Text: Pfarrerin Friederike Weltzien