Offene Kirche und Kirche für morgen vorne

Das Synodalwahlergebnis aus dem Wahlkreis1 Kirchenkreis Stuttgart liegt vor. Von den 25.910 Wählerinnen und Wählern wurden folgende 4 Laien und 2 Theologen in die Synode, d. h. in das Kirchenparlament, der Evangelischen Landeskirche in Württemberg gewählt:

Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler freut sich doppelt: Er konnte die meisten Stimmen für einen Synodenplatz gewinnen und die Wahlbeteiligung in seiner Stiftskirchengemeinde lag bei 38,4 %.

Cannstatts Dekan Eckart Schultz-Berg hat richtig Grund zur Freude: Er wurde in die Synode gewählt und alle seine Stuttgarter MitstreiterINNEN von der Offenen Kirche ebenfalls.

Matthias Vosseler (Pfarrer an der Stiftskirche / Kirche für morgen / 18.717 Stimmen), Dekan Eckart Schultz-Berg (Dekan Bad Cannstatt / Offene Kirche / 16.418 Stimmen), Sabine Foth ( Rechtsanwältin / Offene Kirche / 14.693 Stimmen), Peter Reif (Gemeindediakon / Offene Kirche / 13.294 Stimmen), Tobi Wörner (Gemeindeleiter Jesustreff / Kirche für morgen / 13.217 Stimmen) und Gabriele Mihy (Diplom-Sozialarbeiterin / Offene Kirche / 12.706 Stimmen).

Stiftskirchenpfarrer Matthias Vosseler (50) freut sich bereits jetzt schon auf „morgen“: „Ich möchte mich für ein gutes und noch intensiveres Miteinander der Gemeinden verschiedenster Herkunft einsetzen und damit den internationalen Schatz der Stadt in der Kirche besser zum Ausdruck zu bringen. Außerdem möchte ich mich dafür engagieren, dass uns noch mehr Kontakte zu den 80 % Nichtwählerinnen und -wählern, die trotzdem Kirchenmitglieder sind, gelingen.“
Vosseler vertritt den Gesprächskreis Kirche für morgen und konnte als Theologe auch die Stimmen von Seiten der Lebendigen Gemeinde für sich verbuchen, da für diesen Gesprächskreis kein/e Stuttgarter Theologin bzw. Theologe angetreten war. Und der 50-Jährige hatte doppelten Grund zur Freude, denn die Wahlbeteiligung in seiner Stiftskirchengemeinde lag bei 38,4 % - im Vergleich fast doppelt so hoch wie die durchschnittliche Wahlbeteiligung in Stuttgart von 19,7 % (131.588 Wahlberechtigte).

Auch der Cannstatter Dekan Eckart Schultz-Berg hat Grund zur Freude: „Ich freue mich riesig über das Vertrauen, das mir von Seiten der WählerINNEN entgegengebracht wurde. Einsetzen möchte ich mich dafür, dass die Evangelische Landeskirche mutigen Schrittes für den Erhalt des Klimas vorangeht, d. h. eine feste Stelle für eine/n KlimamanagerIN einrichtet und für alle kirchlichen Gebäude ein Energiemanagement vorschreibt. Sehr am Herzen liegt mir auch die Pflege und Begleitung von Menschen im Alter. Hierfür sind gute Rahmenbedingungen für die kirchlichen Diakoniestationen wichtig.“
Der 59-jährige Theologe ist für den Gesprächskreis Offene Kirche in die Synode gewählt worden und freut sich zudem darüber, dass seine drei Stuttgarter Gesprächskreis-MitstreiterINNEN ebenfalls einen Synodensitz gewonnen haben.

Damit entfallen auf den Wahlkreis1 Kirchenkreis Stuttgart 6 der insgesamt 90 Sitze in der württembergischen Landessynode. Betrachtet man das Ergebnis nach kirchenpolitischen Gruppierungen, so sieht die Sitzverteilung wie folgt aus: Die Offene Kirche (kirchenpolitisch „linksliberal“) hat 4 Sitze gewonnen; für Kirche für morgen gab es 2 Sitze. Die Gesprächskreise Lebendige Gemeinde (konservativ) und Evangelium und Kirche gingen leer aus.

Welche/r KandidatIN wie viele Stimmen aus welcher Kirchengemeinde bekommen hat, entnehmen Sie den Ergebnissen der einzelnen Dekanate Bad Cannstatt, Degerloch, Stuttgart und Zuffenhausen.
[Anmerkung der RED: Hierbei handelt es sich um vorläufige Wahlergebnisse zur Synodalwahl, welche erst am 15.02.2020 von Seiten der Evangelischen Landeskirche in Württemberg schriftlich veröffentlicht werden.]

Gewählt wurden neben der Landessynode bei den Kirchenwahlen 2019 auch 486 Kirchengemeinderäte und -rätinnen vor Ort, verteilt über Stuttgarts 54 evangelische Kirchengemeinden.

Im Dekanat Bad Cannstatt standen 133 Kirchengemeinderäte und -rätinnen zur Wahl. Die Evangelische Kirchengemeinde Rotenberg hatte zwar mit 5 Sitzen den kleinsten Kirchengemeinderat zu wählen, aber dafür die höchste Wahlbeteiligung: Sage und schreibe 55 %!

Im Dekanat Degerloch waren insgesamt 117 Kirchengemeinderäte und -rätinnen angetreten. Allein in der Evangelischen Kirchengemeinde Möhringen und Fansanenhof gab es 16 Sitze zu vergeben, für die 21 Personen zur Wahl standen.

Mit insgesamt 160 aufgestellten Kirchengemeinderäten und -rätinnen im Dekanat Stuttgart konnten in der zum 01.12.2019 neu fusionierten Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-West 15 Sitze vergeben werden, für die 17 Kandidaten und Kandidatinnen angetreten waren.

Im kleinsten der 4 Stuttgarter Dekanate, in Zuffenhausen, waren 76 Kirchengemeinderäte- und rätinnen zur Wahl aufgestellt. In der Evangelischen Kirchengemeinde Feuerbach gab es unter 20 Kirchengemeinderäten und -rätinnen 12 Plätze zu verteilen.

Alle Wahlergebnisse der jeweiligen Kirchengemeinderäte finden Sie über unseren Gemeindefinder.

Zum Verlauf der Kirchenwahl 2019 sagte Stadtdekan Søren Schwesig: „Den neuen und den wiedergewählten Kirchengemeinderäten und Landessynodalen meinen herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen! Ich freue mich auf neue Gesichter und neue Ideen für die Kirche. Denen, die nicht gewählt wurden, danke ich sehr herzlich für ihre Bereitschaft und ihre Kandidatur. Bei der Wahlbeteiligung haben wir einen leichten Rückgang zu verzeichnen. Wir werden das im Auge behalten und prüfen, wie wir in sechs Jahren mehr Gemeindeglieder für die Kirchenwahl motivieren können.“

Die Wahlbeteiligung in Stuttgart lag bei 19,7 %. Bei der letzten Wahl (2013) hatte sie noch bei 20,3 % gelegen.