Kirchenwahl 2019 in Bad Cannstatt

Am 1. Dezember sind die rund 145.230 Kirchenmitglieder der Evangelischen Kirche in Stuttgart, verteilt auf 57 Kirchengemeinden, aufgerufen, ihre Kirchengemeinderäte und -rätinnen vor Ort zu wählen. Eine von ihnen ist Marieluise Beckhoff...

Marieluise Beckhoff engagiert sich in Cannstatt als Kirchengemeinderätin

Ich bin Marieluise Beckhoff, 50 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Töchter (10 und 12 Jahre alt). Mein Lebenslauf ist bunt und keineswegs gerade. So verfüge ich über eine Ausbildung als Verwaltungsbeamtin, ein Studium als Berufs- und Wirtschaftspädagogin und jede Menge Lebenserfahrung.

Derzeit arbeite ich als Projektmanagerin für die Palm-Stiftung Schorndorf e.V. Die Arbeit in der Stiftung ist sehr vielfältig: Neben Fördermaßnahmen in den Bereichen Bildung, Sport, Wissenschaft, Denkmalschutz, Alten- und Behindertenhilfe sowie für diakonische Aufgaben der Evangelischen Landeskirche in Württemberg liegt ein besonderes Augenmerk auf der Wahrung von Meinungs- und Pressefreiheit sowie der Demokratieförderung. Sie sind wesentliche Voraussetzung für die Erhaltung der demokratischen Grundrechte und die allgemein gültigen Menschenrechte. In genau diesen Themen finden sich viele Überschneidungspunkte zwischen meinem beruflichen Engagement und für mich als Christin. Die Begegnung mit Menschen aus Ländern, in denen Menschenrechte nichts gelten, zeigt mir immer wieder deutlich auf, wie gut wir es haben und wie wertvoll ein friedliches Miteinander, unter Wahrung der universellen Menschenrechte, ist.

In meiner Freizeit spielen Bücher und Musik eine große Rolle und ich kandidiere zum zweiten Mal bei der Kirchenwahl 2019 für den Kirchengemeinderat in Cannstatt, weil ich meine Arbeit für die Kirche fortsetzen möchte. Für mich ist die Stadtkirchengemeinde Heimat geworden. Meine ganze kleine Familie ist dort verwurzelt. Als „Neigschmeckte“, deren große Familien weit entfernt wohnen, ist uns dieser „familiäre“ Zusammenhalt wichtig. Mein Mann nimmt am Männertreff teil und unsere Töchter sind in der Teenie-Kirche. Wir fühlen uns angenommen und wie in jeder Familie ist alles immer ein Geben und Nehmen.

Neben der Gremienarbeit leite ich den Frauentreff 2.0 der Stadtkirche Bad Cannstatt. Das ist ein vielseitiges, niederschwelliges Angebot an Frauen aller Altersstufen, mit Koch-Abenden, interkulturellen Gesprächen, Spiele-Abenden, offenen Gesprächsrunden und Lesezirkel u.v.m.

Indem ich mich weiterhin in der Kirchengemeinde engagiere, möchte ich dazu beitragen, dass andere Menschen ebenso einen "Hafen" in der Gemeinde finden können. Als Kirchengemeinderätin leite ich mit dem Gremium zusammen die Gemeinde, d. h. wir entscheiden, wie wir unser Gemeindeleben gestalten. Das ist bei uns eine gedeihliche Zusammenarbeit, die von Freude, Kreativität und Zusammenhalt geprägt ist.

Wir haben gemeinsam schon viel geschafft, im schwäbischen Sinne des Wortes: Hocketse zum Kirchentag in Stuttgart, Reformationsjubiläum mit Bibelhalten - die längste gemalte Bibel einmal quer durch die Cannstatter Innenstadt von ca. 500 Menschen gehalten - Engelswette gegen Gerlinde Kretschmann, die Frau unseres Ministerpräsidenten und in diesem Jahr dann zum zehnten Mal die Aktion "Weihnachtsfreude in Cannstatt" sowie Bauhütten, Niklasmärkte, Marktbeschicker-Frühstücke, Gemeindefeste u.v.m.

Das sind viele Aktionen, die über alle Generationen von Gemeindemitgliedern und über die Gemeindegrenzen hinweg erarbeitet wurden. Und das ist mir wichtig, ich möchte in einer offenen und freundlichen Gemeinde leben und wirken. Unsere Kirche ist geprägt durch einen gütigen Gott, der für alle da ist und daher richten sich unsere Angebote an alle. Und auch wenn die Zeichen der Zeit für viele Grund zur Sorge sind, finde ich, dass wir uns an unserer Gemeinschaft und unserem Wirken erfreuen können. Wenn wir nicht jammern, sondern positiv nach außen und innen wirken, dann kann daraus viel für viele werden.
Ein Spruch, der mir in diesem Zusammenhang gerade in den Sinn kommt lautet: "Es kommt nicht darauf an, woher der Wind weht, sondern wie wir die Segel setzen." Lassen Sie uns die Segel so setzen, dass wir einer positiven Zukunft in unserer Gemeinschaft entgegenstreben.

Anmerkung RED: Das ist keine persönliche Wahlwerbung einzelner Kandidatinnen oder Kandidaten für den jeweiligen Kirchengemeinderat vor Ort, sondern eine allgemeine Information zur Kirchengemeinderatswahl mit Bezug zum jeweiligen Dekanat - Bad Cannstatt, Degerloch, Stuttgart und Zuffenhausen - im Rahmen der Kirchenwahlen 2019 in Württemberg.

Text: Marieluise Beckhoff