KonspirationX 2021

Gefühlt kurz nach den Sommerferien gibt es bei den neuen Konfis, also bei den Konfirmandinnen und Konfirmanden, kein anderes Thema mehr, als wann und wo die nächste KonspirationX steigt. Das ist DIE Party für alle aktuellen, aber auch schon ehemaligen Konfis.

2 x 3 Fragen an Jugendkulturreferent René Böckle und Jugendpfarrer Matthias Rumm...

Jugendkulturreferent René Böckle lüftet das Geheimnis um den Namen der Partyreihe KonspirationX.

Jedes Jahr im Herbst setzen Jugendkulturreferent René Böckle von der Evangelischen Jugend Stuttgart (EJUS) und Jugendpfarrer Matthias Rumm zum Endspurt für die nächste KonspirationX-Party an. Und in diesem Jahr muss coronabedingt ein bisschen anders bzw. umgeplant werden. Wie das gehen kann und was überhaupt hinter dem KonspirationX-Partykonzept steckt, das haben wir mal nachgefragt. 

RED: KonspirationX - klingt erst mal schon ein bisschen geheimnisvoll. Wie kommt´s zu diesem Namen für die Partyreihe?

RB: Der Name der KonspirationX ist eine Wortneuschöpfung. Das KON steht für die gemeinsame Konfirmandenarbeit der Jugendkirche Stuttgart sowie der Evangelischen Jugend Stuttgart. Dieses KON findet man auch bei anderen, gemeinsamen Veranstaltungen für Konfirmandinnen und Konfirmanden wieder, wie zum Beispiel dem KONmare (dem gemeinsamen Konfirmandencamp Stuttgart). Weiterhin steckt eine abgewandelte Wortform von SPIRIT darin, zu deutsch Geist oder Seele. Dies steht für die Atmosphäre, die wir mit der KonspirationX prägen möchten: ein Abend voller Gemeinschaft, Freundschaft, Respekt und dem Erleben eines friedvollen Feierns ohne Exzesse. Das X steht für die Serie. Für uns war von Anbeginn klar, dass die KonspirationX keine einmalige Veranstaltung bleiben soll. 

RED: Ein Partykonzept und Kirche - wie geht das denn zusammen, fragt sich da so manch einer?

MR: Lachen, tanzen, das Leben feiern, das ist doch etwas äußerst Positives. Die Rhythmen, den Körper zu spüren ist eine wichtige Erfahrung. Genauso, wie sich im geschützten Rahmen mit Gleichaltrigen zu erleben. Und das alles vor einem Altar und angesichts des Kreuzes in einem Kirchenraum. Das ist etwas Besonderes und Nicht-Alltägliches. Jugendliche erleben hier, dass die Kirche als Raum und Institution auch mal ganz anders sein kann, als sie es vielleicht bisher erfahren haben. Wir bieten ihnen das an. Und das sicher nicht, weil wir uns anbiedern wollen oder etwa aus Provokation den Kirchenraum entwerten. Ganz im Gegenteil, uns ist der Kirchenraum, mit allem, was er mitbringt, so wertvoll, dass wir das Jugendlichen nicht vorenthalten wollen. Denn Räume wirken, predigen sogar. In jedem Fall machen sie etwas mit den Menschen. Diesem kirchenraumorientierten Konzept folgt die Jugendkirche in vielen Veranstaltungen. Denn im Raum ist es möglich, über den Raum zu sprechen und über diesen und die Botschaft, die das Kreuz, der Altar, das Kirchenfenster vermitteln, ins Gespräch zu kommen oder die Jugendlichen zumindest anzuregen. Und das ist bei der KonspirationX nicht anders. Fester Bestandteil ist, dass jede Veranstaltung ein Motto hat. Und hier greifen wir Jahr für Jahr auf den reichen Schatz der christlichen Überlieferung zurück. Im vergangenen Jahr haben wir uns mit der Schöpfung beschäftigt. Schon in der Vorbereitung der Veranstaltung mit ehrenamtlichen Jugendlichen war das Thema und herausgekommen ist ein Intro mit Performance, Musik und Bibelworten. Auch das ist Verkündigung, vielleicht etwas anders als in einer klassischen Predigt, aber das Evangelium wird laut. Und es gibt dann auch die leisen Momente, wenn der DJ irgendwann in der Mitte der Veranstaltung ein Gebet spricht. Das kommt gut an, innehalten, durchatmen und vor dem Altar Bitten und Dank auszubreiten.

Jugendpfarrer Matthias Rumm würde seine beiden Töchter auch zur KonspirationX schicken.

RED: Wen wollt ihr denn mit dieser Partyreihe ansprechen und können die Teenies sich auch selbst daran beteiligen?

RB: Die KonspirationX ist für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 27 Jahren. Wir haben bewusst diese große Altersspanne gewählt, da wir bereits Konfirmandinnen und Konfirmanden und deren Freunde zur Veranstaltung einladen. Hierbei möchten wir aber auch ermöglichen, dass Konfirmanden- und Jugendgruppen mit ihren ehrenamtlichen Gruppenleitern und -leiterinnen, die teilweise bereits über 18 Jahre alt sind, kommen und feiern können, um ein Gemeinschaftserlebnis zu schaffen. Dieses Konzept geht auf, wie die stetig steigenden Besucherzahlen zeigen. Für die über 27-Jährigen bieten wir die KonspirationX-Lounge an, welche von Matthias Rumm bewerkstelligt wird.
Uns ist es wichtig, dass wir auch junge Menschen an der Veranstaltung beteiligen. Das Kernteam besteht aus 3 Hauptamtlichen sowie 7 Ehrenamtlichen zwischen 15 und 25 Jahren. An der Veranstaltung selbst wirken noch viele weitere Ehrenamtliche in unterschiedlichen Bereichen wie Technik, Aufbau, Sicherheit und generelle Organisation mit.
Weiterhin können sich junge DJs für unseren KonspirationX bewerben und ein 45-minütigen Stageslot gewinnen. Auch hier zeigt sich großes Interesse. Zu denjenigen jungen DJs, die bei uns aufgelegt haben, haben wir gute Kontakte und beobachten mit Begeisterung, wie diese sich musikalisch weiterentwickeln.

RED: Eine Party für Teenies - da läuten bei so manchen Eltern die Alarmglocken?! Matthias, du bist selbst Vater, zweier Töchter. Was dürften die denn wann und unter welchen Umständen?

MR: Zur KonspirationX würde ich meine Töchter auf jeden Fall gehen lassen. Denn ich weiß, dass man in geschütztem Rahmen feiern kann. Die Jugendlichen sind unter sich. Die Tanzfläche ist im Grunde erwachsenenfreie Zone abgesehen von Aufsichts- und Ordnungspersonen. Die Jugendlichen halten sich auch nur dort in der Kirche auf, werden von Begleitpersonen zur Party gebracht und wieder rechtzeitig nach Hause. Es gibt keinen Alkohol, professionelle Security-Leute. Das alles ist der gut organisierte Rahmen. Und dazu kommt, dass sie dort mit ihren Freundinnen und Freunden mal so richtig feiern können. Das ist doch klasse. Da hab ich als Vater kein Problem. Ich freue mich, dass wir als Kirche Jahr für Jahr im Rahmen unserer Möglichkeiten so ein Angebot machen können, was für junge Menschen attraktiv ist. Und das ist es. Und: Wir sind in den letzten Jahren wenige Tage nach Vorverkaufsstart regelmäßig ausverkauft gewesen!

RED: Aktuell ist ja gerade Corona und an Party machen nicht wirklich zu denken und dennoch sammelt ihr Spendengelder für eine KonspirationX-Ausgabe 2021. Wie könnte das so aussehen, dass es safe ist?

RB: Wir starten mit den Planungen der nächsten KonspirationX immer im März. Natürlich haben wir die Entwicklung der Pandemie beobachtet und uns irgendwann entschieden, dass es im Januar definitiv keine Veranstaltung wie gewohnt geben kann. Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht kreativ denken würden, was alles möglich ist. Und so erarbeiten wir gerade ein Konzept für eine Outdoor-Veranstaltung. Wie diese genau aussehen wird, wissen wir noch nicht, aber sie soll an das Konzept der KonspirationX angelehnt sein.
Und natürlich ist so eine Veranstaltung mit großen Herausforderungen, wie zum Beispiel ein veränderteres technisches Konzept, die An- und Abreise zur Veranstaltung sowie das Hygienekonzept, verbunden. Aber wir wollen es versuchen und sind optimistisch. 

RED: Und "jetzt mal Butter bei die Fische" wie man im Norden sagt oder auf Schwäbisch "Jetzt goht´s ans Aigmachde": Wozu braucht ihr für die KonspirationX Spendengelder und was wird damit finanziert?

MR: Eine Veranstaltung in dieser Größe kostet Geld. Allein der Preis für die Technik bewegt sich im vierstelligen Bereich. Dann bedarf es der Sicherheit, also ein Securityunternehmen sowie ErsthelferINNEN, Deko, ein Dankeschön für die vielen freiwilligen HelferINNEN, die über Tage hinweg für uns im Einsatz sind. Da kommt so Einiges zusammen. Am Ende kostet die KonspirationX rund 8.000 €. Dieser Betrag wird durch Spenden, den Eintrittsgeldern sowie Eigenbeiträgen der Jugendkirche und der Evangelischen Jugend Stuttgart aufgebracht. Wir sind sehr dankbar für viele UnterstützerINNEN die seit langer Zeit hinter uns stehen und für uns da sind. Sei es finanzieller Art oder dass sie vor Ort dabei sind. Ohne diese gäbe es keine KonspirationX!
Mit den Spendengelder wollen wir uns weiterzuentwickeln. Nur durch finanzielle Spielräume können neue Angebote und Möglichkeiten ausprobiert und etabliert werden. Im Gespräch mit Jugendlichen, die die KonspirationX besucht haben, erfahren wir auch Jahre später noch, wie cool sie die Veranstaltung fanden und wie diese ihr Bild von Kirche erweitert hat. Darum geht es und das wollen wir auch in Zukunft tun!

RED: Ganz lieben Dank ihr Beiden, dass wir mal gemeinsam hinter die Kulissen der KonspirationX schauen durften. Und dann freuen wir uns mit euch über weitere eifrige SpenderINNEN, die euer Konzept von Kirche und Party mittragen!