Krankenwohnung Gablenberg

Mitten im Stuttgarter Osten liegt die Krankenwohnung Gablenberg. Als erste ihrer Art in Baden-Württemberg öffnete diese Einrichtung bereits 1986 ihre Pforten. Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums stellen wir diese besondere Wohnung und die dazu gehörende Stiftung ein mal genauer vor...

2 x 3 Fragen an Susanne Hermann und Günther Tibke...

Pflegedienstleiterin Susanne Hermann heißt die Gäste in der Krankenwohnung Gablenberg herzlich willkommen.

Susanne Hermann ist die Pflegedienstleistung in der Krankenwohnung Gablenberg. Ihr zur Seite steht Günther Tibke, Vorsitzender der Stiftung Krankenwohnung Gablenberg, eine unselbständige kirchliche Stiftung in Trägerschaft der Evangelischen Petruskirchengemeinde Stuttgart Gablenberg. Gemeinsam stemmen sie ein Projekt, das vor 35 Jahren ins Leben gerufen wurde. In unserem Interview erzählen die beiden, wie es dazu kam und warum ein Friseurbesuch oder eine Extra-Spielstunde den großen Unterschied für die Gäste der Krankenwohnung machen.

RED: Frau Hermann, in Gablenberg gibt es eine Krankenwohnung. Um was für ein Projekt handelt es sich denn dabei?

SH: Unsere Krankenwohnung liegt im Herzen von Gablenberg und ist eine kleine Pflegeeinrichtung mit familiärer Atmosphäre. Menschen, welche nicht in ihrer gewohnten Umgebung gepflegt und betreut werden können, finden bei uns vorübergehend ein Zuhause. Die Gründe für einen Aufenthalt bei uns sind vielfältig: der pflegende Angehörige benötigt Entlastung, um selber wieder Kraft zu schöpfen; Erholung nach einem Krankenhausaufenthalt, wenn eine Versorgung zu Hause aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist; wenn auf einen Heimplatz oder eine Rehabilitationsmaßnahme gewartet wird; bei akuter Gesundheitsverschlechterung, wenn jedoch kein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist; auch sterbende Menschen können auf ihrem letzten Weg von uns begleitet und versorg werden.  In unseren wohnlichen und gemütlichen 5 Zimmern (2 Einzelzimmer und 3 Doppelzimmer) finden 8 Gäste rund um die Uhr Betreuung, Pflege und Unterstützung.

RED: Blicken wir doch mal in die Wohnung hinein. Was erwartet mich als Gast dort?

SH: Nicht ohne Grund nennen wir uns „Wohnung“, weil das Hauptaugenmerk neben der Pflege auf einer gemütlichen Wohnlichkeit liegt. In unserem großen Wohn-und Esszimmer wird gemeinsam gekocht, gegessen, geplaudert, gespielt und gesungen.

RED: Und was macht den Aufenthalt dort so besonders?

SH: Wir legen großen Wert darauf, dass jeder Gast seine Gewohnheiten so gut es geht beibehalten kann. Bei uns gibt es einen Tagesablauf, der sich an den Mahlzeiten orientiert. Drumherum hat aber jeder Gast alle Freiheiten, den Tag so zu gestalten, wie er es von Zuhause gewohnt ist. So darf man bei uns beispielsweise so lange schlafen wie man möchte. Die Angehörigen sehen wir als Partner auf dem Weg zu einer bestmöglichen Pflege und Betreuung. Durch sie gewinnen wir Einblicke in die Biographie, die es uns ermöglichen, auf die Wünsche und Gewohnheiten unserer Gäste einzugehen. 

Die kleinen Extras für die Gäste gibt es Dank der Stiftung Krankenwohnung Gablenberg und ihres Vorsitzenden Günther Tibke.

RED: Herr Tipke, wie immer sind es die kleinen Extras, die den Unterschied machen. Und dafür gibt es die Stiftung Krankenwohnung. Was finanziert diese denn konkret?

GT: Die Stiftung hilft seit Jahren, Dinge mit zu finanzieren, die den Bewohnerinnen und Bewohnern nicht in Rechnung gestellt werden, die aber der Wohnung ihren einzigartigen Charakter geben. Wir finanzieren "Kleinigkeiten", die eine große Wirkung haben, so z. B. mehr Zeit für Gespräche auch in der letzten Lebensphase, Besuche einer Friseurin/Kosmetikerin, kurze Spaziergänge im nahen Buchwald oder einen Café-Besuch, Botengänge in eines der Gablenberger Geschäfte usw.

RED: Erzählen Sie mal ein bisschen was zur Gründungsgeschichte der Stiftung…

GT: Die Stiftung wurde einige Jahre nach Eröffnung der Krankenwohnung in unserem Stadtteil gegründet, da sich herausstellte, dass die anfangs selbständige Einrichtung vermehrt auf Zuschüsse angewiesen war. Die Idee einer Stiftung wurde sehr positiv aufgenommen und so konnte sie in den Folgejahren zu einem angenehmen Aufenthalt der  Bewohner  beitragen und den guten Ruf der Krankenwohnung beeinflussen.

RED: Wenn ich dieses wunderbare Projekt unterstützen möchte, wie kann ich das machen?

GT: Die Stiftung kann heute aufgrund der aktuellen finanziellen Situation auf Erträge aus dem Stiftungskapital nicht zurückgreifen. Um weiterhin in der gewohnten Form zum positiven Aufenthalt der Gäste beitragen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen, die gerne auf das Stiftungskonto bei der BW-Bank Stuttgart überwiesen werden können und für die wir auch eine Spendenbescheinigung ausstellen:

Stiftung Krankenwohnung

IBAN: DE31 6005 0101 0002 4541 80

BIC: SOLADEST600

Verwendungszweck: Spende-KW104

RED: Haben Sie herzlichen Dank, liebe Frau Hermann und lieber Herr Tibke, für die Vorstellung dieses einzigartigen Projekts. Und dann würde ich sagen: "Auf die nächsten 35 Jahre!".