Erst Umweltteams - dann Greta

Was Greta für die "Fridays For Future-Bewegung" ist, sind die Umweltteams für die "Grünen Gockel Gemeinden". Bei deren nächstem Netzwerktreffen im Raisergarten in Cannstatt hält Dekan Eckart Schultz-Berg, Vorsitzender Grüner Gockel Württemberg und im Umweltrat der Landeskirche, einen Vortrag.

6 Fragen an Volker Ruta...

Volker Ruta, Organisator der Netzwerktreffen unserer Umweltteams im Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart

Volker Ruta, Organisator der Netzwerktreffen der Umweltteams, steckt voll in den Vorbereitungen. Für die Engagierten in Sachen Umwelt aus den "Grünen Gockel Gemeinden" hat sich der Organisator in diesem Jahr wieder fachkundige Unterstützung geholt: Der Cannstatter Dekan Eckart Schultz-Berg, Vorsitzender Grüner Gockel Württemberg und im Umweltrat der Landeskirche, wird das Netzwerktreffen mit einem öffentlichen Vortrag bereichern. Doch erst mal schön alles der Reihe nach...

RED: Lieber Herr Ruta, das Netzwerktreffen der Umweltteams steht am Donnerstag, 23. Juli 2020 an. Was ist das denn überhaupt für ein Treffen?

VR: Seit bald 20 Jahren haben im Evangelischen Kirchenkreis Stuttgart Kirchengemeinden die Ärmel hochgekrempelt und sich auf den Weg zu  einem nachhaltigen, umweltgerechten Handeln aufgemacht. Jedes Umweltteam wird vom Umweltbüro der Evangelischen Landeskirche in Württemberg unterstützt. Kontakte der Umweltteams untereinander waren außer bei Fortbildungen des Umweltbüros selten. So entstand der Wunsch, sich untereinander kennen zu lernen, um Tipps und Anregungen auszutauschen. Und genau dies leistet das Netzwerk.

RED: Wer soll bei diesem Netzwerktreffen angesprochen werden?

VR: Zum Netzwerktreffen werden die Mitglieder der Umweltteams in den "Grüne Gockel Gemeinden" sowie Interessenten aus den Gemeinden eingeladen. Die Netzwerktreffen schließen mit einem öffentlichen Vortrag ab, zu dem die Öffentlichkeit eingeladen wird. Mit Flyer und Plakaten bzw. Aushängen wird dafür geworben.

RED: Da muss ich mal zwischenfragen, was ist denn eine "Grüne Gockel Gemeinde" und was macht die so bzw. was zeichnet sie aus?

VR: "Grüne Gockel Gemeinden" haben sich der Bewahrung der Schöpfung durch nachhaltiges, umweltgerechtes Handeln verschrieben. Sie sind bestrebt, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Es geht nicht nur um Energien, sondern auch um Wasser, Abfall, Papier, biologische Vielfalt usw. Denken wir nur an die alljährliche Aktion "Lass es blühen" für wunderbare Blumenwiesen! Es geht darum, Resourcen intelligenter, also effizienter zu nutzen und ökologische Alternativen umzusetzen. In den Umweltteams arbeiten meist Ehrenamtliche mit unterschiedlichen Erfahrungen und Professionen zusammen.
Ein weiterer wichtiger Auftrag ist es, die Öffentlichkeit zu informieren, um sie über ökologische Zusammenhänge in Kenntnis zu setzen und zu animieren , im privaten Bereich Ideen aufzugreifen und umzusetzen.
Und „Grüne Gockel Gemeinde“ ist eine Auszeichnung für nachhaltiges, umweltgerechtes Handeln. Sie wird erst nach einer Zertifizierung vergeben.

RED: Kommen wir nochmals zur Programmgestaltung beim Netzwerktreffen am 23.07. Erzählen Sie mal, was da für wen so alles geplant und geboten ist…

VR: Wir haben beim Netzwerktreffen am 23. Juli vier Schwerpunkte auf dem Programm:

  • Führung durch den Raisergarten in Cannstatt
  • Schöpfungsbewahrende Aktivitäten in der Kirchengemeinde Bad Cannstatt
  • Kirchengemeinden fusionieren und definieren sich neu - Konsequenzen für die Umweltteams Informationen und Austausch über die aktuellen Entwicklungen
  • "Warum wir die Kellerassel lieben sollten? Vom Eigenwert der Naturwesen." Vortrag von Dekan Eckart Schultz-Berg, Vorsitzender Grüner Gockel Württemberg und im Umweltrat der Landeskirche

RED: Klingt spannend... Wenn ich jetzt noch keine "Grüne Gockel Gemeinde" bin, es aber werden will, was ist zu tun?

VR: Ein erster Schritt ist, Interessierte zu finden, denen der Umweltschutz am Herzen liegt. Es gibt sie, man muss sie halt suchen und ansprechen. Helga Baur vom Umweltbüro der Evangelischen Landeskirche in Württemberg kommt gerne zu einem Informationsgespräch. Ist der Kirchengemeinderat vom Vorhaben, sich auf den Weg zum nachhaltigen, umweltgerechten Handeln zu machen überzeugt, wird ein Umweltteam offiziell einsetzt. Das Umweltteam steht nicht alleine da, denn Frau Baur stellt ihm einen "Umweltauditor" oder „Mentor“ bis zur Zertifizierung zur Seite. Ich will nicht verschweigen: Umweltschutz gibt es nicht umsonst; man muss dafür einiges an Zeit investieren. Auf der anderen Seite spart unsere Gemeinde aber auch Geld durch den geringeren Energie- und Ressourcenverbrauch. Die Kirchenpfleger sind oft die ersten Verbündeten. 

RED: Und woher bekomme ich noch weiterführende Infos bzw. an wen kann ich mich wenden?

VR: Ganz einfach ist es, am 26. September als interessierter Gast am Netzwerktreffen teilzunehmen. Da lernt man die PraktikerINNEN kennen und kann sich informieren, wie sie es angepackt haben. Vielleicht finden man ein Umweltteam ganz aus der Nähe.
Informationen gibt es natürlich auch vom Umweltbüro der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und unter "Grüner Gockel"  können Sie stöbern.
Falls Sie sich bei Praktikern informieren wollen, aber am 23. Juli nicht kommen können, setzen Sie sich mit mir in Verbindung.

RED: Vielen Dank Herr Ruta für das Interview und für den 23. Juli ein gutes und coronafreies Netzwerken und einen tollen Input beim Vortrag!