Neu in der Geschäftsführung

René Böckle ist zum neuen fachlichen Leiter und Stellvertreter der Geschäftsführung der Evangelischen Jugend Stuttgart gewählt worden. Der 35-jährige Diakon und Jugendreferent, der seit 10 Jahren bei der Evangelischen Jugend Stuttgart arbeitet, wird sein neues Amt am 1. April 2021 antreten.

Ab 1. April 2021 ist René Böckle neuer fachlicher Leiter und Stellvertreter der Geschäftsführung bei der Evangelischen Jugend Stuttgart.

Das Besetzungsgremium, bestehend aus VertreterINNEN des Kirchenkreisausschusses und dem Geschäftsführenden Ausschuss der EJUS, hat sich nach intensiver Beratung für René Böckle entschieden. Dieser war zunächst als Jugendreferent und Diakon in Bad Cannstatt, dann in Weilimdorf und in den  vergangenen zwei Jahren als Referent für Jugendkultur im Haus 44 tätig.

"Die Evangelische Jugend Stuttgart freut sich, mit ihm einen erfahrenen und sehr engagierten Kollegen für diese Aufgabe gefunden zu haben. Für sein künftiges umfangreiches Betätigungsfeld ist es sicher von Vorteil, dass er die Evangelische Jugend Stuttgart und deren Strukturen bereits so gut kennt. Wir wünschen René Böckle viel Freude, Erfolg und Gottes Segen für die neuen Aufgaben", so EJUS-Geschäftsführer Jörg Titze.

Doch bevor René Böckle sich seinen neuen Aufgaben widmet, zu denen neben den Kontakten zu den Kirchengemeinden, die Mitarbeitendenbildung und die Gestaltung der Studientage und der Klausuren der JugendreferentINNEN gehört, hat er sich bei einer Tasse Tee noch genügend Zeit für ein Interview mit unserer Redaktion genommen.

RED: Lieber René, erst Diakon in verschiedenen Distrikten im Kirchenkreis, dann Jugendkulturreferent der Evangelischen Jugend Stuttgart und nun deren neuer fachlicher Leiter und Stellvertreter der Geschäftsführung – herzlichen Glückwunsch! Was kommt da für eine Aufgabe auf dich zu?

RB: Vielen Dank für deine Glückwünsche! Als fachlicher Leiter bin ich in Zusammenarbeit mit den Ehren- und Hauptamtlichen für die inhaltliche Ausrichtung der Evangelischen Jugend Stuttgart verantwortlich. Sich also stetig bewusst zu machen, für welche Werte und Inhalte wir als evangelische Jugendorganisation stehen. Weiterhin bin ich für die fachliche Weiterbildung der Kollegen und Kolleginnen und das FORUM, unser jährliches Mitarbeitenden-Event, bei welchem wichtige inhaltliche Entscheidung der EJUS besprochen und verhandelt werden, zuständig. In der Verantwortung für den Fachbereich Gemeinde ist mir ein guter Kontakt zu den Kirchengemeinden und Distrikten ein großes Anliegen.
In Stellvertretung der Geschäftsführung gilt es, gemeinsam mit dieser und dem Geschäftsführenden Ausschuss (GA), der sich aus gewählten Ehrenamtlichen und hauptamtlichen Personen zusammensetzt, offene Augen und Ohren für die Organisation sowie das Geschehen in unserer Gesellschaft zu haben und in wichtigen Fragen gemeinsam mit den weiteren Verantwortlichen für das Werk Handlungsoptionen zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen.

RED: Ein richtig große Palette an Aufgaben... Doch gehen wir mal ein bisschen zu deinen Anfängen zurück. Wann und warum hast du dich entschieden, die Laufbahn des Diakons einzuschlagen?

RB: Ich habe mich mit 19 Jahren dazu entschieden, einen sozialen Berufsweg einzuschlagen. Nach meinem Zivildienst habe ich an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg die Studiengänge „Religionspädagogik“ und „Soziale Arbeit“ belegt. Während meines Studiums keimte auch durch weitere praktische Erfahrungen der Wunsch in mir, das was ich selbst als junger Mensch in meiner Heimatgemeinde erfahren durfte, durch meinen Beruf an junge Menschen weiterzugeben. Durch mein Wirken ein Gefühl von Heimat zu schaffen, für ein positives Miteinander einzustehen und den Jugendlichen zu zeigen, was sie aus eigener Kraft und mit Selbstvertrauen alles schaffen können. 

RED: Und wie ging´s dann los?

RB: Wie schon beschrieben, habe ich mich nach meinem Zivildienst in einem Kindergarten für Kinder mit einer Hör-Sprach-Behinderung für das Studium an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg entschieden. Diese Studienzeit war für mich auch eine Zeit der inneren Auseinandersetzung mit meinem Glauben und der Bedeutung dessen, wenn aus Ehrenamt Beruf beziehungsweise Berufung wird. Während meines letzten Semesters habe ich mich bereits bei der Evangelischen Jugend Stuttgart auf meine erste Stelle in Bad Cannstatt beworben und habe dort im November 2010 begonnen. Im Jahr 2012 wechselte ich von Bad Cannstatt nach Weilimdorf und habe dort fast sieben Jahre als Jugendreferent in den dortigen Gemeinden gewirkt. 2019 ergab sich für mich die Chance, die neue Projektstelle des Referats für Jugendkultur zu übernehmen.

RED: Apropos "Jugendkulturreferent", die Aufgabe übst du ja aktuell aus. Was ist da so deine Aufgabe, dein Ziel?

RB: Als Jugendkulturreferent habe ich die Aufgabe, die Kulturen junger Menschen in Stuttgart in den Blick zu nehmen und zu überlegen, welche Angebote geschaffen und welche strukturellen Schritte als Organisation gegangen werden müssen, um auch in Zukunft junge Menschen in der Stadt zu erreichen. Es gilt also, Studien zu betrachten und diese in Bezug zu unserem alltäglichen Erleben zu bringen, Bedarfe abzuklären und Angebote zu entwickeln. Mir war von Anfang an wichtig, zu sehen und zu verstehen, was die Kollegen und Kolleginnen vor Ort alles bereits leisten und zu schauen, wie ich sie mit meinem Wissen und meinen Kompetenzen unterstützen kann.
Weiterhin ist meine Aufgabe, größere Veranstaltungen der EJUS zu verantworten. Als Beispiele können hier die KonspirationX, die STUGO-Gottesdienste und das FORUM genannt werden. Bedeutend ist mir dabei, dass die EJUS im öffentlichen Raum wahrgenommen wird.
Ich glaube, dass wir als religiöse Organisation in Zukunft nicht umhin kommen, uns kritisch zu betrachten, bestehende Angebote zu überprüfen, mutig neue Schritte zu gehen und dabei immer Tradition und Innovation gemeinsam zu denken, um so die Bedarfe von (jungen) Menschen in Stuttgart wahrzunehmen und attraktive Angebote zu schaffen.
Ich bin sehr dankbar, dass die Evangelische Jugend Stuttgart und der Kirchenkreis Stuttgart den Mut haben, die Erforderlichkeit für eine solche Stelle zu erkennen und diese zu ermöglichen.

RED: Und gerade jetzt während der Corona-Pandemie habt ihr von der Evangelischen Jugend Stuttgart ja schon das eine oder andere Mal bewiesen, dass da auch ganz viel digital geht. Erzähl mal, was war und vielleicht noch ein bisschen, was kommt...

RB: 2020 hat uns allen gezeigt, dass nichts so stetig ist, wie die Veränderung. Ich erachte es für uns als Jugendorganisation als sehr wichtig, hier flexibel und agil auf sich verändernde Gegebenheiten zu reagieren. So haben wir im Frühjahr recht schnell unser EJUS-Medienteam, also Ehrenamtliche, die uns mit Bild, Video und Ton unterstützen, im Bereich Streaming geschult und mit ihnen die ein oder andere Veranstaltung in ein digitales Setting gebracht. Für die Zukunft sind wir gerade in der Klärung, welches Angebot auch als digitales Format Sinn macht und an welchen Stellen für die Zukunft auch „digital-analoge“ Hybriden, also Veranstaltungen die sowohl mit Gästen vor Ort als auch über digitale Kanäle, interaktiv und partizipativ stattfinden können.  

RED: Oh ja, ich erinnere mich - die gestreamte DJ-Session vom Hospitalkirchturm - mega. Und viele kennen dich ja auch als DJ Faith, denn du bist seit einigen Jahren als „Plattenleger“ und Musikproduzent unterwegs. Doch wofür schlägt dein Herz noch außer für „God is a DJ“ und gute Beats?

RB: Ich liebe es, wandern zu gehen. Dabei genieße ich es, die Natur zu erleben, meine Umgebung in den Blick zu nehmen und den Gedanken freien Lauf zu lassen. Ansonsten unternehme ich gerne etwas mit Freunden, so dies eben möglich ist, koche gerne und versuche bei allem was ich mache, den Moment zu genießen. 

RED: Eine gute Einstellung - vor allem in diesen verrückten Zeiten! Dann freuen wir uns auf das kommende Jahr und schauen mit Spannung auf die neuen Formate der Evangelischen Jugend in Stuttgart mit dir an der Spitze!