Evangelische Kirche in Stuttgart

Neue Schuldekanin gewählt

Pfarrerin Elke Theurer-Vogt ist zur neuen Schuldekanin für die Dekanate Stuttgart und Degerloch gewählt worden. Der derzeitige Amtsinhaber, Schuldekan Hans-Peter Krüger, wird geschäftsführender Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Echterdingen I.

6 Fragen an Pfarrerin Elke Theurer-Vogt...

Pfarrerin Elke Theurer-Vogt wird neue Schuldekanin für die Dekanate Stuttgart und Degerloch.

Den Spagat zwischen Lehramt und Theologie schafft Elke Theurer-Vogt locker: Aktuell ist die Pfarrerin noch Referentin für Inklusion in der evangelischen Bildungsarbeit am Pädagogisch-Theologischen Zentrum im Evangelischen Bildungszentrum Stuttgart. Mit ihrer Wahl zur neuen Schuldekanin im Kirchenkreis Stuttgart - (Anmerkung RED:Amtsantritt wird der 1. August 2021 sein) - freut sich die seit 2000 an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg bzw. an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg/Reutlingen tätige Lehrbeauftragte auf ihre neue Aufgabe, wie sie uns im Interview verriet.

RED: Herzlichen Glückwunsch zur Wahl als neue Schuldekanin für die Dekanate Stuttgart und Degerloch. Bleiben wird doch gleich mal beim Stichwort „Schule“. Was waren Sie denn für eine Schülerin und hat die Schule Sie hinsichtlich Ihrer Berufswahl geprägt oder waren es eher andere Einflüsse?

ETV: Zuerst DANKE für die Glückwünsche. Ich freue mich riesig und von ganzem Herzen, dass ich als Schuldekanin in Stuttgart und Degerloch gewählt worden bin.
Zu Ihrer ersten Frage: Wenn ich darüber nachdenke, meine ich, dass ich eher zu den stilleren Schülerinnen gehört habe. Doch das hat mich nicht davon abgehalten, Lehrerin werden zu wollen. Die Art und Weise, wie Kinder die Welt erleben und wie sie sich ihre Welt voller Neugierde erobern, wie sie sich immer weiterentwickeln, hat mich schon immer fasziniert. Und dann war bei mir auch der Wunsch da, Pfarrerin zu werden. Nun bin ich beides und beides miteinander zu verknüpfen, ist spannend und macht mir viel Freude.

RED: Wie ging es dann beruflich bei Ihnen los bzw. weiter?

ETV: Nach dem Abitur habe ich an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg das Lehramt an Grund- und Hauptschule studiert. Diese Zeit habe ich als sehr spannend und interessant in Erinnerung und seither ist die Religionspädagogik ein zentrales Thema in meinem Leben und Arbeiten.
Aber weil da ja noch der Wunsch, Pfarrerin zu werden, bei mir da war, habe ich in Heidelberg Theologie und Diakoniewissenschaft studiert und in Tübingen mein Examen gemacht.
Nach meinem Vikariat in Sachsenheim war ich an sehr unterschiedlichen Orten tätig. An der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg hatte ich einen landeskirchlichen Dienstauftrag als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Evangelische Theologie / Religionspädagogik. Dann war ich Pfarrerin in in Ludwigsburg und fast 12 Jahre in Markgröningen. Da arbeitete ich in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen und am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum der August-Hermann-Werner Schule. Diese Zeit empfinde ich als einen ganz besonderen Schatz in meiner Berufsbiografie. Ich habe Vielfalt und das Miteinander in Kirche und Gesellschaft als etwas sehr Wertvolles erlebt und seitdem ist Inklusion ein Herzensthema von mir. Dieses blieb es auch in den letzten 4 Jahren am Pädagogisch-Theologischen Zentrum in Stuttgart, wo ich mich als Referentin für Inklusion in der evangelischen Bildungsarbeit der Landeskirche stark machte.

RED: Ab August übernehmen Sie die Aufgabe der neuen Schuldekanin für die Dekanate Stuttgart und Degerloch. Was für Aufgaben kommen da auf Sie zu?

ETV: Eine zentrale Aufgabe sehe ich darin, Verantwortung für den Religionsunterricht an den 139 Schulen in den Dekanaten Stuttgart und Degerloch zu übernehmen und für ca. 445 PfarrerINNEN, kirchlichen ReligionspädagogINNEN und staatlichen ReligionslehrerINNEN im evangelischen Religionsunterricht da und zuständig zu sein. Das heißt, den Religionsunterricht zu organisieren und die Lehrenden zu unterstützen, zu begleiten und zu beraten, Ansprechpartnerin und Kümmerin zu sein. Außerdem, gemeinsam mit dem Studienleiter, ein Fortbildungsangebot zu entwickeln, das sich an den aktuellen Bedürfnissen der Lehrenden orientiert.
Wichtig ist es mir, mit den Schulleitungen im Austausch zu sein. Zum Aufgabenprofil dieser Stelle gehört außerdem die Evangelische Schulstiftung Stuttgart. Das bedeutet, als Vorsitzende des Stiftungsrates, Verantwortung für die Johannes-Brenz-Schule, das Mörike und das Heidehofgymnasium zu übernehmen. Das ist eine herausfordernde und anspruchsvolle Aufgabe, auf die ich mich besonders freue.
Dann gehört Gremienarbeit im Kirchenkreis zu den neuen Aufgaben. Inhaltlich möchte ich mich einsetzen für eine religiöse Bildung, die in Schule und Kirche bei den Kindern und Jugendlichen ein Verständnis für Vielfalt und die Fähigkeit fördert, um miteinander und voneinander zu lernen in einer pluralen Gesellschaft. Im Kern geht es mir darum, religiöse Bildung an den verschiedenen Lernorten in Schule und im Kirchenkreis zu stärken und einen zukunftsfähigen Religionsunterricht mitzugestalten.

RED: Aus welchen beruflichen Erfahrungen in der Vergangenheit können Sie hierfür schöpfen?

ETV: Ich denke, dass es das „Zusammen“ all meiner bisherigen Erfahrungen in den vielfältigen Bereichen, in denen ich bisher unterwegs war, ist, aus dem ich im neuen Amt der Schuldekanin schöpfen kann. Besonders die Religionspädagogik, die sich facettenreich als roter Faden durch meine Berufsbiografie zieht, ist meines Erachtens eine gute und solide Basis für die Arbeit als Schuldekanin.

RED: Und worauf freuen Sie sich bei dieser neuen Herausforderung?

ETV: Auf die vielfältigen Aufgaben, die mit dieser Stelle verknüpft sind. Da ist zum einen das „alltägliche Geschäft“ der Schuldekanin, die Organisation und Begleitung von Religionsunterricht, Gremienarbeit und sicher noch einiges mehr. Auf der anderen Seite die Arbeitsschwerpunkte, die mit dieser Stelle verbunden sind: die Evangelische Schulstiftung Stuttgart, die Begleitung der Waldheimarbeit und des Jugendhilfenetzwerks und die Organisation des Pädagogischen Tags Stuttgart, der ein Mal im Jahr stattfindet. Diese Vielseitigkeit und die Möglichkeit, alle diese Bereiche gemeinsam mit vielen anderen weiterzuentwickeln und zu gestalten, ist es, auf die ich mich riesig freue und für die ich Verantwortung übernehmen möchte. Ich bin sehr gespannt auf die vielen Begegnungen, die damit zusammenhängen. Und dann ist da noch das gemeinsame Arbeiten im Team mit Schuldekan Dr. Uwe Böhm im gemeinsamen Büro und mit den vier DekanINNEN des Kirchenkreises. Das lässt mich an den guten Erfahrungen der Arbeit im Team des ptz anknüpfen und das hat für mich eine große Attraktivität.

RED: „Freitags ab 1 macht jeder seins.“, soll heißen, wie starten Sie nach 5 Arbeitstagen ins Wochenende bzw. verbringen Ihre Freizeit?

ETV: „Freitags ab 1,…“, das wäre eine verlockende Aussicht. Am Wochenende steht für mich die Familie und alles was dazu gehört an 1. Stelle, also auch Haus und Garten, das ist mein Ausgleich zur Arbeit. In meiner Freizeit spielt für mich Musik eine große Rolle. Ich selber spiele Geige und Bratsche, allerdings bleibt dafür leider viel zu selten Zeit. Dann freue ich mich riesig auf die Zeit, wenn ich mit meinem Mann und mit Freunden wieder in Konzerte, in die Oper, ins Theater und Kabarett gehen kann.
Ich bin gerne in Bewegung, beim Nordic-Walking und am liebsten in den Bergen, wo ich mich sehr gerne von meinem Mann und besonders von unserer jüngsten Tochter zu schönen Touren herausfordern lasse.

RED: Haben Sie ganz herzlich Dank für den vielvältigen Einblick in Ihr bisheriges Wirken und Schaffen und dann freuen wir uns, Sie ab August im Kirchenkreis Stuttgart begrüßen zu dürfen.