Neuer Nambu-Gemeindepfarrer

Seit über 10 Jahren feiert die Evangelisch-Koreanische Nambugemeinde jeden Sonntag um 12 Uhr ihren muttersprachlichen Gottesdienst in der Friedenskirche. Die Teilkirchengemeinde setzt dabei ihre eigenen musikalischen und theologischen Schwerpunkte. Jetzt hat sie einen neuen Pfarrer bekommen.

Er ist der "Neue" in der Evangelisch-Koreanischen Nambugemeinde: Pfarrer Kwon Ho Rhee

Mein Name ist Kwon Ho Rhee. Ich bin evangelischer Pfarrer aus Südkorea und meine Kirche ist die Presbyterianischen Kirche von Korea.  

Ich bin verheiratet - meine Frau Hyung Soon Im hat evangelische Theologie studiert, aber sie ist nicht ordiniert. Wir haben zwei Kinder. Meine Tochter Eun Ji studiert in Ulm und mein Sohn Ji Sung ist Gymnasiumschüler in Ludwigsburg.

Ich bin in Seoul geboren und dort groß geworden. Nach dem Theologiestudium habe ich in einer Kirchengemeinde in Seoul als Juniorpfarrer gearbeitet. Ich insgesamt 10 Jahre lang - einschließlich meines Vikariats - dort gearbeitet.

Dann bin ich mit meiner Familie nach Deutschland gezogen. Der Grund für den Ortswechsel war, dass ich meine Weltanschauung erweitern und meine theologische Erkenntnis vertiefen wollte. Im Jahr 2000 sind wir in Münster, Nordrhein–Westfallen, gelandet und seitdem leben wir in Deutschland. 

In Münster habe ich eine koreanische Kirchengemeinde besucht. Weil die Gemeinde damals irgendjemanden gesucht hat, der den Gottesdienst leitete und predigte, habe ich mich dafür gemeldet. Das war der Anlass, mich für die Gemeindearbeit aktiv zu engagieren. Dort war ich auch 10 Jahre lang als Gemeindepfarrer tätig. In den ersten fünf Jahren als ehrenamtlicher Prediger und in den nächsten fünf Jahren als hauptamtlicher Pfarrer.     

Nach dem Auslaufen des Vertrages mit der Gemeinde habe ich einen neuen Weg eingeschlagen: 2012 bin ich mit meiner Familie nach Ludwigsburg umgezogen, um mit der Arbeit als ökumenischer Mitarbeiter im Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung (DiMOE) in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg anzufangen. Seitdem leben wir hier im wunderschönen Schwabenland.  

Im DiMOE hatte ich zwei Arbeitsfelder: erstens als Bildungsreferent, die hiesigen Leute über Korea, seine Geschichte, Kirchen und aktuelle politische, gesellschaftliche Themen zu informieren und zweitens als Brückenbauer, partnerschaftliche Beziehungen zwischen den Kirchen in Deutschland und Korea aufzubauen.

In den Zeiten habe ich viele gegenseitige Besuche organisiert und begleitet; zum Beispiel die Delegationsreisen zur Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Busan 2013 und zu den beiden Evangelischen Kirchentage in Stuttgart als auch in Hamburg.  

Ich habe mich an der Gründung der Partnerschaft zwischen dem Kirchenbezirk Ludwigsburg der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und dem Kirchenbezirk Pyung-Yang der Presbyterianischen Kirche von Korea (PCK) im Jahr 2013 aktiv beteiligt und bin noch als Mitglied im Korea-Arbeitskreis in Ludwigsburg für die Partnerschaft engagiert.  

Von September 2015 bis August 2018 arbeitete ich als Bildungsreferent in Evangelischer Mission in Solidarität (EMS). Ökologie und Frieden in asiatischen Schwellenländern sind meine Themenbereiche. Im süddeutschen Raum veranstaltete ich verschiedene Bildungsprogramme über Themen, bezogen auf Indien und Indonesien. Im Sommer 2017 habe ich ein internationales Jugend-Workcamp zur Friedensbildung in Deutschland organisiert. Insgesamt 43 Leute, darunter 32 Jugendliche aus Deutschland, Indonesien, Korea und den USA haben daran teilgenommen.   

Von Oktober 2018 bis zu Juli 2020 war ich als Projektleiter in den beiden Landeskirchen Württemberg und Baden tätig. In den zwei Projekten ging es um die Kooperation mit den Gemeinden anderer Sprache und Herkunft, d. h. den internationalen Gemeinden.

Seit 1. August 2020 bin ich nun Gemeindepfarrer der Evangelisch-Koreanischen Nambugemeinde. Sie ist als Teilgemeinde in der Friedenskirche Stuttgart integriert. Meine neue Aufgabe ist eine gute Kombination aus meinen bisherigen Erfahrungen zwischen Gemeindepfarrer in der Diaspora und ökumenischem Mitarbeiter. Durch die Gemeindearbeit in Münster habe ich sehr intensiv erfahren, wie wichtige eine Gemeinde anderer Sprache und Herkunft zur Integration sein kann. Die Gemeinde bietet einen Raum, wo man etwas Heimatliches finden, ohne Kommunikationsschwierigkeiten praktische Hilfe bekommen kann. In der eigenen Sprache Gottesdienst abzuhalten, gemeinsam zu beten und zu singen, spielt auch sehr besondere Rolle für das Glaubensleben in der Diaspora. Und gleichzeitig habe ich ein großes Potenzial entdeckt, dass eine Gemeinde anderer Sprache und Herkunft eine gute Brücke für eine ökumenische Partnerschaft mit den hiesigen Christinnen und Christen sein kann - ich freue mich schon auf den gemeinsamen Weg mit der Friedensgemeinde!