Neues Trio im Dekanat Degerloch

Ab September treten Pfarrer Hans-Ulrich Winkler und die Pfarrerinnen Jutta Haizmann und Anna Lörcher ihren Dienst im Dekanat Degerloch an. Die gemeinsame Amtseinsetzung durch Dekanin Kerstin Vogel-Hinrichs findet am Sonntag, 29. September um 10 Uhr in der Martinskirche in Plieningen statt.

3 x 2 Fragen an zwei Pfarrerinnen und einen Pfarrer...

V.l.n.r.: Pfarrerin Anna Lörcher, Pfarrerin Jutta Haizmann und Pfarrer Hans-Ulrich Winkler

Pfarrer Hans-Ulrich Winkler übernimmt die Pfarrstelle Hohenheim und zukünftige geschäftsführende Pfarrstelle der Verbundkirchengemeinde Plieningen-Birkach. Die Pfarrerinnen Jutta Haizmann und Anna Lörcher teilen sich das geschäftsführende Pfarramt für die Kirchengemeinde Plieningen-Hohenheim. Doch bevor alle drei ans Werk gehen, haben sie sich noch Zeit für ein Interview genommen.

RED: Sie sind ja, liebe Frau Haizmann, im Gegensatz zu Ihrer neuen Kollegin und Ihres neuen Kollegen schon voll in Hohenheim integriert. Was wird an Ihrer Stelle jetzt neu in Ihrer Arbeit als Pfarrerin hinzukommen?

JH: Einen kleinen Vorsprung habe ich dadurch, dass ich seit Mai in Hohenheim die Vertretung mache und sozusagen „von der anderen Seite“ schon die Gemeinde kennenlernen darf. Deshalb freue ich mich umso mehr, ab September gemeinsam mit Pfarrerin Lörcher die Pfarrstelle in Plieningen zu übernehmen und damit dann ganz vor Ort zu sein. Neu ist für mich die Stellenteilung und dadurch die Chance, in manche Aufgabenfelder vertieft einzusteigen und andere über die Kollegin am Rande mitzubekommen. Das Schöne daran ist, dass wir uns gegenseitig im Pfarrersalltag unterstützen können.

RED: Sonntag, kurz vor 12 Uhr, alle Gottesdienste sind zu Ende… Wo zieht es Sie hin?

JH: Nach dem Gottesdienst geht es ganz schnell mit Kind und Mann zum Essen, damit der Eineinhalbjährige nicht verhungert. Nach einer Siesta – am besten für alle – verbringen wir den Tag dann gerne mit Freunden oder Familie oder mit kleinen Ausflügen, vielleicht in Zukunft um den Hohenheimer Park zu erkunden oder Flugzeuge über Plieningen zu zählen…
 
RED: Liebe Frau Lörcher, Sie kommen aus der Fildergemeinde Ruit nach Plieningen. Worauf freuen Sie sich und was werden Sie in die Gemeinde mit hineintragen?

AL: In Ruit habe ich eine sehr lebendige und engagierte Gemeinde mit vielen lieben Menschen kennengelernt. Es gab dort innovative und mutige Ideen, wie Menschen, die eher kirchenfern sind, in einer freundlichen und ansprechenden Weise den christlichen Glauben kennenlernen und Gemeinschaft erleben können.
Mir ist es wichtig, dass alle Menschen sich in der Kirchengemeinde willkommen und „zu Hause“ fühlen, ganz egal, welchen Beruf, welches Einkommen, welches Alter und welchen Musikgeschmack sie haben. Der Glaube an Jesus Christus ist für mich etwas, was alle Menschen verbindet.
Was ich in Plieningen einbringen möchte, ist die Freude an der Begegnung mit Menschen, das Teilen von Lebens- und Glaubensgeschichten, zwei offene Ohren, die gut zuhören und zwei wache Augen, die gut wahrnehmen, was gerade dran ist und vielleicht auch das ein oder andere „neuere“ Lied, das in mir klingt.

RED:
Beschreiben Sie mal in wenigen Sätzen, was Sie als Pfarrerin bislang sehr geprägt hat.

AL: Die Erkenntnis, dass man seinen Hefezopf beim Seniorennachmittag in den Kaffee eintunken und laut sprechen muss. Die Einsicht, dass es noch viele unbeantwortete Fragen von Kindern und Jugendlichen gibt, die mich im Religions- oder Konfirmandenunterricht fragen: Hatte Adam eigentlich einen Bauchnabel? Warum ist Gott ein Mann? Kann Gott eigentlich weinen? Wie kann Gott alle Menschen gleichzeitig hören, wenn sie beten? Gibt es etwas, das Gott nicht kann? Warum ist Jesus nicht vom Kreuz heruntergestiegen, wo er es doch sicher gekonnt hätte?
Ansonsten: Jeder Gottesdienst. Jede Taufe. Jede Trauung. Jede Bestattung. Jedes Gespräch – hat mich in irgendeiner Form geprägt. Menschen sind wie Lieder. Und ich liebe Musik.

RED: Lieber Herr Winkler, das geschäftsführende Pfarramt der künftigen Verbundkirchengemeinde Plieningen-Birkach wartet auf Sie. Wie sind Sie dafür gerüstet und was wird Sie erwarten?

HUW: Die künftige Verbundkirchengemeinde Plieningen-Birkach ist die dritte ständige Pfarrstelle, die ich innehabe. Zuvor war ich Pfarrer in Göppingen-Bartenbach und in Nellingen/Ostfildern. Für die neue Aufgabe fühle ich mich gut gerüstet, da ich in den vergangenen Jahren die Kooperationen im Distrikt und die Vorbereitungen einer Fusion mit der Nachbargemeinde mitgestaltet habe.
Herausfordernd und spannend zugleich finde ich die Arbeit in einem neuen Team von Kolleginnen und Kollegen, wo es gilt, Begabungen sinnvoll miteinander einzusetzen und Strukturen zu schaffen, von der Gemeinde und PfarrerINNEN profitieren. Wenn es  gelingen könnte, miteinander Traditionen zu bewahren und gleichzeitig das Experiment "Kirche" zu wagen, dann wäre das – nach meiner Meinung – die Chance der neuen Verbundgemeinde.

RED: Wer sich für eine Geschäftsführung eines Pfarramtes entscheidet, der bekommt auch ordentlich „Gschäft“. Was ist Ihr Ausgleich zur Arbeit?

HUW: Ich bin verheiratet, habe drei Kinder und seit April sind wir Großeltern. In Bewegung bleiben, mit und ohne Ball, könnte ein Motto für meinen Beruf und meine Freizeit sein.

RED: Herzlichen Dank Ihnen allen und gutes Gelingen für Ihre neuen Aufgaben verbunden mit viel Freude, interessanten Begegnungen und Gesprächen sowie bewegenden Momenten.