Neuer Schulleiter am Mörike

Mit dem Schuljahr 2019/2020 bekommt das Mörike auch eine neue Schulleitung: Studienrat Daniel Steiner. Damit tritt der 35-Jährige die Nachfolge als Schulleiter des Mörike Gymnasiums und des Schulverbunds von Sonja Spohn an, die vergangenes Schuljahr in den Ruhestand verabschiedet wurde.

6 Fragen an Schulleiter Daniel Steiner...

Studienrat Daniel Steiner, Schulleiter Gymnasium und Schulverbund am Evangelischen Mörike

Das neue Schuljahr ist am Evangelischen Mörike bereits in vollem Gange und auch der neue Schulleiter des Gymnasiums und des Schulverbundes hat sein Rektorat bezogen. Doch bevor Studienrat Daniel Steiner die nächste Lehrerkonferenz einberuft und gedanklich bereits das nächste Schulhalbjahr plant, hat er sich den Fragen unserer Redaktion gestellt.

RED: Lieber Herr Steiner, Sie sind „der Neue“ am „Mörike“… Sind Sie wirklich „neu“ am Schulzentrum oder nur „neu“ in Ihrer Funktion als Schulleiter des Gymnasiums und des Schulverbundes?

DS: „Lehrer sein“ begann für mich am und mit dem „Mörike“ und zwar als ich im Jahr 2011 als Referendar an diese besondere Schule kam und dann 2012, nach dem bestandenen 2. Staatsexamen, auch tatsächlich die seltene Gelegenheit bekam, zu bleiben und hier meine Laufbahn fortzuführen. Seit 8 Jahren bin ich nun Teil der „Mörike-Gemeinschaft“, genug Zeit also, in der mir die Schule, ihre Menschen und ihr viel beschworener „Geist“ ans Herz gewachsen sind, um dann im letzten Herbst den Schritt zu wagen und mich auf die Schulleiterstelle zu bewerben, was ja dann letztendlich und zu meiner großen Überraschung (denn einen Schulleiter mit 35 Jahren auszuwählen würde ich schon eher als ungewöhnlich bezeichnen…), aber natürlich auch zu meiner großen Freude geklappt hat.

RED: In der Tat und dazu erst auch mal herzlichen Glückwunsch! Nun, zwischen „Leiter“ und „Lehrer“ ist schon ein Unterschied – wie werden Sie die neue Aufgabe als Schulleiter angehen?

DS: Mit Frau Spohn als Vorgängerin in der Schulleitung trete ich in große Fußstapfen, die die Schule und ihren Ruf wesentlich geprägt haben. Deswegen ist zu Beginn am ehesten angesagt, mich zu orientieren und für mich meinen eigenen Weg zu finden, um dann in einem zweiten Schritt selbst prägend zu werden und die Schule weiter voranzubringen, so dass sie auch weiterhin eine beliebte und herausragende Institution in der Stuttgarter Schullandschaft bleibt und allen Schülerinnen und Schülern die besten Möglichkeiten bietet, erfolgreich und mit Freunde zu lernen und zu wachsen.
Das Kollegium, aus dessen „Mitte“ ich komme, ist dabei eine große Unterstützung. Das habe ich in den letzten Wochen des Schuljahres bereits fühlen dürfen und ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und viele kreative Ideen und inspirierende Begegnungen.

RED: Gehen wir in Ihrer Vita doch ein bisschen zurück in die Vergangenheit. Wie kamen Sie denn zum Lehramtsstudium bzw. überhaupt zu Ihren Studienfächern?

DS: Ich würde sagen, an der Wahl meiner Studienfächer (Anmerkung RED: Mathematik und Spanisch)  ist nichts Spannendes dran. Es sind beide Leistungskurse, die ich selbst in der Oberstufe hatte und die Fächer, in denen ich einfach am meisten Spaß hatte. Am Ende hat sich die Kombination aus Spanisch und Mathematik, zwei Fächer, die wie ich oft höre, „doch gar nichts miteinander zu tun haben“, aber als sehr gewinnbringend erwiesen: Das Studium in einer Philologie und der Mathematik (in Tübingen) bot so viel Abwechslung, was Lerninhalte, -methoden aber auch die Menschen, mit denen man zu tun hatte, anging, dass ich in dieser Kombi echt aufging. Auch beim Unterrichten als Lehrer genieße ich nun die Abwechslung aus der Logik und Exaktheit in der Mathematik und der durch Literatur, Kultur und Kreativität viel freieren Fremdsprache. Ich entdecke aber auch immer mehr Verbindungen: Grammatik ist zum Beispiel etwas sehr Mathematisches.
Dass es jedoch ein Lehramtsstudium wurde, daran sind glaube ich schon meine Lehrer des Königin-Charlotte-Gymnasiums in Möhringen in den besagten Leistungskursen „schuld“. Beide (Herr Brechenmacher als mein Mathe-LK-Lehrer und Herr Bertsch als mein Spanisch-LK-Lehrer) haben mir persönlich das Lehrersein empfohlen und durch ihre Leidenschaft und Freude immer authentisch vermittelt, dass Lehrer sein ein wunderbarer Beruf ist und was kann ich sagen: So ist es!
Die Romanistik an der Uni hat mich nach 2011 (dem Beginn des Referendariats) jedoch zunächst nicht ganz losgelassen. Zunächst habe ich dort einzelne Lehraufträge übernommen und dann ab 2014 eine Promotionsstelle in der Sprachwissenschaft als Nebentätigkeit zur Schule innegehabt. Die Schule hat mich aber (im positiven Sinne) so für sich eingenommen, dass die Dissertation nur schleppend voran ging und ich dann, als die Bewerbung auf die Schulleiterstelle erfolgreich war, die Weichen doch vollkommen auf Schule gestellt habe. Die bisher geschriebenen Seiten sollen jedoch „nebenher“ weiterwachsen und besser früher als später noch zu einer fertigen Doktorarbeit werden.

RED: Da drücken wir mal ganz fest die Daumen! Fassen wir nochmals kurz Ihre Schulstationen zusammen:

DS: In diesem Thema bin ich, wie oben berichtet, ein recht unbeschriebenes Blatt, weil ich das Referendariat am Mörike abgeleistet habe und dann dort in einem besonderen Jahrgang, als gleich 3 Referendare übernommen wurden, bleiben durfte. Sonst kenne ich aus meiner eigenen Schülerzeit das Königin-Charlotte-Gymnasium in Möhringen und aus dem Schulpraxissemester das Wilhelms-Gymnasium in Degerloch.

RED: Und welche Klassen dürfen sich nun im kommenden Schuljahr in welchem Fach auf Sie freuen?

DS: Ich werde die Klasse 10b im Gymnasium in Mathe unterrichten, dessen Klassenlehrer ich auch sein werde. Das war auch mein expliziter Wunsch, denn ich habe diese Klasse vor zwei Jahren als Klasse 8 als Klassenlehrer bekommen und ich finde es sehr spannend, die Entwicklung der SchülerINNEN über diese drei Jahre von 8 – 10 - wenn wir sie dann in die Oberstufe schicken - zu begleiten. Auf der anderen Seite habe ich auch von der Klasse vernommen, dass wir uns „ganz gut verstehen“, warum also nicht?
Nun, Unterrichtsinhalte in Mathe sind in Klasse 10, und das muss ein Mathelehrer natürlich sagen, extrem wichtig: Die Begriffe der „Kurvendiskussion“ oder der „Ableitung“ sind sicher noch vielen aus der Oberstufe und dem Abi bekannt und genau diese gilt es in der Klasse 10 zu bilden.
Spannender finde ich aber, dass die 10er und ich noch zusammen auf Klassenfahrt gehen wollen…! Zeitpunkt und Ziel? Noch offen. Spaß und tolle Erlebnisse? Garantiert!

RED: Wenn ich die Wahl hätte, würde ich sagen: Herr Steiner, lassen Sie uns die Kurvendiskussion doch bei einer Klassenfahrt nach Italien über die Schweizer Alpen besprechen - doch Spaß bei Seite: Was ist ab dem Schuljahr 2019/2020 außer Ihnen als Schulleiter des Gymnasiums und des Schulverbundes am „Mörike“ noch neu?

DS: Die Realschule und das Aufbaugymnasium in seinem dann zweiten Jahr sind als Bestandteile des Schulverbundes nun vollständig „im Schulbetrieb“ angekommen. Es wird in dieser Hinsicht vielleicht ein Schuljahr, das keine „riesigen“ Neuerungen wie neue Schularten etc. mehr bringt. Aber die vielen kleinen Impulse werden dagegen umso wichtiger sein, die die Kolleginnen und Kollegen in jeder Stunde oder jeder AG bringen werden, um beste Lernbedingungen zu schaffen. Dazu kommt natürlich immer noch und weiterhin das Thema „Digitalisierung“, das unaufhaltsam voranschreitet und neben der hoffentlich bald vollzogenen Anschaffung eines iPad-Wagens, mit dem einzelne Klassen digital und interaktiv lernen können, wird auch spannend werden, wie sich der Medienentwicklungsplan für die kommenden Jahre ausgestaltet, für dessen Projekte es gilt, die Gelder aus dem sogenannten „Digitalpakt“ der Bundesregierung, die auch den freien Schulen zustehen, einzusetzen. Hier wird sich eine Projektgruppe um die Weiterentwicklung kümmern. Nicht zuletzt werden durch die Regiegruppe auch die Themen „Neue Lernformen“ und „Freiarbeit“ - zwei für unser Profil wichtige pädagogische Bausteine - weiterentwickelt werden. Hier dürfen insbesondere die unteren Klassen Methoden lernen und soziales Lernen betreiben. Es ist aber auch Zeit zum selbstgesteuerten Lernen und eine individuellere Betreuung mit drei Lehrkräften pro Klasse in der Klassenstufe 5 gegeben. Eine Weiterführung dieses Lernens in den Klassen der Mittelstufe ist auf der Agenda der pädagogischen Profilentwicklung.
Und, last but not least, natürlich haben wir mit Frau Schaufelberger nun auch eine stellvertretende Schulleiterin der Realschule und damit zum ersten Mal eine voll besetzte Schulleitung.
Es gibt also weiterhin genug zu tun – packen wir es an und wachsen damit und daran!

RED: Toll, Herr Steiner - das neue Schuljahr kann also so richtig durchstarten! Ihnen und Ihrem Kollegium frohes Schaffen und einen guten Einstieg für Sie!