PAETS im Hospitalhof

Am Freitag, 11. Oktober ist es wieder so weit: Der PAETS-Tag findet erneut im Hospitalhof in Stuttgart statt. Was sich hinter dieser Abkürzung verbirgt und für wen der Tag besonders gewinnbringend ist, verrät Schuldekan Hans-Peter Krüger im Interview.

6 Fragen an Schuldekan Hans-Peter Krüger...

PAETS-Organisator: Schuldekan Hans-Peter Krüger

Einen Monat nach Schuljahresbeginn heißt es wieder: PAETS im Hospitalhof! Dass sich hinter dieser Abkürzung irgendetwas "Pädagogisches" verbergen muss, darauf weißt bereits unser Gesprächspartner, Schuldekan Hans-Peter Krüger, hin, der sich trotz heißer Vorbereitungsphase für den PAETS Zeit für ein kurzes Interview genommen hat.

RED: Lieber Herr Krüger, erst mal die Frage: Was verbirgt sich denn hinter dem geheimnisvollen Kürzel PAETS?

HPK: PAETS, das ist der Pädagogische Tag Stuttgart - ein pädagogischer Fachtag der Evangelischen Landeskirche. PAETS ist aus dem ehemaligen Stuttgarter Lehrertag hervorgegangen und findet in Kooperation mit dem Hospitalhof und dem Staatlichen Schulamt statt.

RED: Wie ist so ein Pädagogischer Tag aufgebaut?

HPK: Der Vormittag steht im Zeichen von zwei Vorträgen und einer Podiumsdiskussion. In der Mittagspause laden wir zu Suppe und Brot ein, bevor es am Nachmittag mit zwei Gesprächsforen und sechs Workshops weiter geht. Die Gesprächsforen nehmen die Impulse aus den Vorträgen auf und führen diese weiter. Wer es eher praktisch will, ist in einem der 6 Workshops richtig. Die Teilnehmenden dort erhalten konkrete praktische Hilfestellungen für Schule und Alltag.

RED:
Muss ich ReligionsleherIN sein, um hier richtig zu sein oder für wen ist die Veranstaltung konzipiert?

HPK: Alle pädagogisch Verantwortlichen sind zu diesem Fachtag eingeladen. Lehrkräfte aller Fächer und aller Schularten, ebenso pädagogische Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen und im Ganztag. Das ist ja das Neue. Der Fachtag heißt PAETS, pädagogischer Tag und nicht länger Lehrertag oder gar Tag der Religionslehrer.

RED: Den Pädagogischen Tag Stuttgart gibt es ja schon etwas länger, aber jedes Jahr ist etwas neu. Erzählen Sie mal…

HPK: PAETS gibt es in diesem Format nach 2017 zum zweiten Mal. Damals wie heute heißt das Motto „Toleranz lernen.“ Die Resonanz auf den ersten PAETS war so ermutigend, dass wir gesagt haben, wir machen weiter. Nach einer soziologischen Fokussierung vor 2 Jahren spitzt PAETS jetzt das Motto pädagogisch zu: „Wie werden Schulen und pädagogische Einrichtungen kultursensibel?“ „Wie lernen Heranwachsende, Pluralität zu schätzen und zu leben?“
Multikulturelle Klassenzimmer sind zwar seit Jahren Realität. Das Thema hat aber erst seit kurzem Einzug in die Lehramtsausbildung gehalten. Oder die Frage nach unserem Bildungsverständnis: Was für eines brauchen wir, um eine kultursensible Haltung zu entwickeln? So viel scheint klar zu sein: Wir müssen das Denken in sich ausschließenden Gegensätzen überwinden: Richtig – falsch, schwarz – weiß, gut – böse, Mehrheit – Minderheit und so weiter und so weiter. Das geht aber nur, wenn ich weiß, wo ich stehe und gleichwohl neugierig bin auf den Anderen. Der Andere bleibt dann nicht „der Fremde“, sondern wird das, was er ist, der Andere mit seiner Sicht auf die Dinge.
Diesen Fragestellungen gehen die Vorträge am Vormittag nach. Am Nachmittag gibt es in den Workshops dann zum Beispiel ein Argumentationstraining gegen rechte Sprüche oder Impulse zur Antisemitismus-Prävention. Andere Workshops zeigen gelingende Beispiele multikultureller Arbeit im Kindergarten oder geben Einblick in den Dialog von jüdischen und nicht-jüdischen Jugendlichen.

RED: Bis wann kann ich mich noch anmelden, um teilnehmen zu können und was kostet es?

HPK: Ich kann mich ab sofort über www.paets.de anmelden. Bei der Anmeldung geben die Teilnehmenden die Priorität ihrer Workshops an. Wir teilen dann die Workshops nach Eingang der Anmeldung ein. Es gibt keinen Anmeldeschluss. Wer also in einen ganz bestimmten Workshop will, sollte mit der Anmeldung nicht bis kurz vor Schluss warten. Außerdem wollen wir jedem Teilnehmenden schon am Pädagogischen Tag eine ausgestellte Teilnahmebestätigung geben.

RED: Wo gibt es bereits im Vorfeld mehr Informationen, damit ich meinen persönlichen PAETS-Tag planen kann?

HPK: Alle Informationen zur Anmeldung und zum Programm gibt es auf unserer Website. Dort gibt es auch ein Archiv mit den Materialien der Referenten von 2017. Wer da drinnen stöbert, kann sich einen guten Eindruck über den Tag verschaffen oder auch Materialien zum Downloaden für die eigene Arbeit finden. Wir haben wieder vor, die Materialien auch vom diesjährigen PAETS dort einzustellen.

RED: Vielen Dank, Herr Krüger und dann "vollen" Erfolg, also viele Teilnehmende, beim PAETS-Tag am 11. Okotber im Hospitalhof.