Neuer Pfarrer in Cannstatt

Der eine hat ihn bereits schon im Gottesdienst in der Cannstatter Stadtkirche kennengelernt. Die andere ist dem neuen Pfarrer zur Dienstaushilfe beim Cannstatter Dekan bereits im Dekanatamt begegnet: Der Südafrikaner Matome Sadiki ist bei uns im "Wilden Süden" bereits gut angekommen.

6 Fragen an Pfarrer Matome Sadiki...

Neuer Pfarrer zur Dienstaushilfe beim Dekan in Bad Cannstatt: Matome Sadiki

Er wuselt bereits schon ein paar Tage zwischen Stadtkirche und Dekanatamt in Cannstatt hin und her. Seit 1. Februar ist er ebenfalls mit 50% auf der Pfarrstelle West in NeuSteinHofen im Einsatz. Er hält Gottesdienste, übernimmt Beerdigungen, macht Geburtstagsbesuche und ist bei der Konfirmandenarbeit dabei. In unserem Interview stellen wir Ihnen Pfarrer Matome Sadiki genauer vor und wagen mit ihm einen Blick über den Tellerrand und schauen uns kirchliches Leben in Südafrika an.

RED: Lieber Herr Sadiki, Sie sind seit vergangenem Jahr im Dekanat Bad Cannstatt Pfarrer. Wie hat es Sie an den Neckar verschlagen?

MS: Ich bin mit einer Schwäbin verheiratet. Nachdem wir im letzten Jahr für gute 12 Monate in Südafrika gelebt haben, ist die Stelle als Pfarrer zur Dienstaushilfe als erste Station in der Württembergischen Landeskirche für mich unübertrefflich. Bad Cannstatt hat so viele Sprachen, Kulturen und Religionen. Es bietet so viel an und hat für meine Familie den Vorteil, dass wir so näher bei unserer Familie leben können.

RED: Gehen wir mal in Ihrer Vita zurück. Wo stammen Sie eigentlich her und wie kamen Sie zum Theologiestudium?

MS: Ich bin gebürtiger Johannesburger bzw. aus Soweto, also Südafrika. In meiner Konfirmationszeit hatte ich einen großartigen Pfarrer, der sich für Jugendliche in Johannesburg engagiert hat. Ich habe auf einer Jugendfreizeit damals eine spirituelle Erfahrung gehabt und seitdem war es klar, ich möchte dieser Berufung folgen. Erst aber als Jugenddiakon,und dann nach der Schule habe ich ein Jahr Praktikum in der Kirchengemeinde in Johannesburg gemacht und dort merkte ich, ich möchte das volle Spektrum des Berufs ausfüllen.

RED: Was hat Sie bislang in Ihrem Tun als Pfarrer besonders geprägt und womit haben Sie vielleicht gekämpft?

MS: Meine Zeit als Vikar in der Evangelischen Lutherischen Landeskirche Hannover hat mich geprägt und diese Zeit werde ich mein Leben lang schätzen. Mein Vikariats Ort war ein kleiner Hamburger Vorort namens Stelle. Das Engagement mit Flüchtlingen war in dieser Gemeinde enorm groß und ich habe in dieser Zeit meine Liebe für Hamburg und Poetry-Slams entdeckt.

RED: Welche Aufgaben haben Sie in Cannstatt übernommen?

MS: Als Pfarrer zur Dienstaushilfe unterstütze ich Dekan Eckart Schulz-Berg, wo ich kann z. B. mache ich gerade die Vertretung in der Vakanzzeit in NeuSteinHofen, bis die Stelle wiederbesetzt ist.

RED: Ausschauen wir gemeinsam mal über den Tellerrand: Was unterscheidet das Pfarrersein in Deutschland im Vergleich zu Ihrer Heimat Südafrika und wo gibt es Parallelen?

MS: Diakonisches Engagement findet in Südafrika auf Gemeindeebene statt oder auf übergemeindlicher Ebene durch die Kirchengemeinden, PfarrerINNEN und NGOs (Anmerkung RED: NGOs sind sogenannte Non-governmental organizations, also Nichtregierungsorganisationen) statt, die Interesse haben. Dass Konzept der Diakonie als parallele Kirchenorganisation gibt es in der Form und Größe nicht in Südafrika.

RED: Wenn der Sonntagsgottesdienst vollbracht ist, wo zieht es Sie und Ihre Familie in der neuen Heimat Stuttgart hin?

MS:   Meine Töchter und ich gehen oft auf Entdeckungstour, auf neue Spielplätze, die wir noch nicht erobert haben. Also wenn Sie Tipps haben für kurze familienfreundlich Ausflüge in Stuttgart, ich wäre dankbar!

RED: Also in Cannstatt gilt: Wilhelma first und dann Minigolf spielen im Kurpark. Ihnen weiterhin gutes Gelingen im Dekanat Bad Cannstatt!
Und wer Pfarrer Sadiki und sein Heimatland mal ein bisschen näher kennenlernen möchte, der hat am Montag, 2. März 2020 Gelegenheit dazu. Da nimmt er beim Stadtkirchen Männertreff alle Interessierten mit auf eine spannende Fotoreise durch seine faszinierende Heimat Südafrika. Beginn ist um 20 Uhr im Evangelischen Zentrum, Wilhelmstraße 8 in 70372 Stuttgart-Bad Cannstatt.