Neue Geschäftsführung in Stuttgart-West

Gerade eben - vor zwei Wochen - zur neuen Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-West fusioniert, kommt nun auch mit Pfarrer Prof. Dr. Christoph Dinkel ein neuer geschäftsführender Pfarrer hinzu. "Im Westen nichts Neues" - ganz im Gegenteil, denn der neue Amtsinhaber bringt viel Erfahrung mit.

6 Fragen an Pfarrer Prof. Dr. Christoph Dinkel...

Prof. Dr. Christoph Dinkel wird neuer geschäftsführender Pfarrer in der ebenfalls erst neu fusionierten Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-West

Alles neu macht bekanntlich ja sonst nur der Mai! Die im Westen sind da wohl ein bisschen früher im Jahr dran, dann zum Jahreswechsel kommt zur neu fusionierten Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-West auch ein neuer geschäftsführender Pfarrer hinzu: Prof. Dr. Christoph Dinkel. Und bevor es nach den Feiertagen so richtig für ihn losgeht, hat er sich noch schnell im alten Jahr den Fragen unserer Redaktion gestellt.

RED: Herr Prof. Dr. Dinkel, Sie sind der „Neue“ in der erst vor einen paar Wochen neu fusionierten Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-West. Was muss man alles über Sie wissen?

CD: Ich bin mit Leidenschaft Gemeindepfarrer. Seit 19 Jahren war ich das auf der Stuttgarter Gänsheide, davor war ich in Heilbronn-Frankenbach, in Bondorf bei Herrenberg und in Reutlingen. Geboren wurde ich in Schwäbisch-Gmünd. Mein Vater war Pfarrer und so bin ich als Kind zweimal umgezogen, erst nach Schömberg in den Nordschwarzwald, dann nach Geislingen an der Steige. Theologie studiert habe ich in Tübingen, kurz in Hamburg, vor allem aber in Kiel. Dort habe ich sieben Jahre gelebt, dort wurde ich promoviert und habe ich mich auch habilitiert. Verheiratet bin ich mit Isolde Karle. Sie lehrt Praktische Theologie an der Ruhr-Universität Bochum. Wir haben zwei Söhne, die sich nach dem Abitur gerade neu orientieren.

RED: Ab 1. Januar sind Sie der neue geschäftsführende Pfarrer in der Westgemeinde, aber seit 2004 sind Sie auch außerplanmäßiger Professor für Praktische Theologie an der Universität Kiel. Was muss man sich darunter vorstellen und was hat Ihre künftige Kirchengemeinde davon?

CD: Einmal im Jahr, an 4 Tagen im Februar, halte ich ein Blockseminar an der Universität Kiel im Rahmen der Ausbildung künftiger PfarrerINNEN und ReligionslehrerINNEN. Themen sind z. B. Seelsorge, Rhetorik, Predigt, Gottesdienst, Religionssoziologie oder im letzten Frühjahr: Tod, Trauer, Bestattung. Ich unterrichte also zu weiten Teilen genau das, was ich auch praktisch als Pfarrer ausübe. Für die Studierenden ist es von Vorteil, dass hinter der Theorie die Praxis erkennbar ist. Für die Gemeinde ist es sicher kein Schaden, dass ich mein eigenes Tun vor den Fragen der Studierenden und dem Stand der Forschung immer wieder kritisch überprüfen muss.

RED: In der Tat... Nun, mit Stuttgart sind Sie ja bestens vertraut: Von der Christuskirche oben auf der Gänsheide nun zur Johanneskirche am belebten Feuersee – „Berge oder Meer“ was liegt Ihnen mehr und was wird sich für Sie ändern?

CD: Ein Mix von Meer und Bergen: Dieses Jahr waren wir im Engadin und letztes Jahr an der holländischen Nordseeküste. Die Gänsheide ist Halbhöhenlage, das Wohngebiet ist ruhig. Mit kleinen Kindern war das ideal. In den letzten Jahren haben die Gemeinde auf der Gänsheide das Gemeindehaus und die Kita neu gebaut. Das war eine große Sache und ich freue mich, dass alles gut gelungen ist. Jetzt geht es mitten rein in die Stadt und in die urbane Vielfalt am Feuersee. Der Westen ist jung und lebendig. Darauf freuen wir uns sehr!

RED: Geschäftsführung bedeutet ja auch immer, alle Fäden zusammenzuhalten. Wie gelingt Ihnen das?

CD: Ich war ja auch bislang schon geschäftsführender Pfarrer und hatte als solcher in den letzten Jahren ein 5-Millionen Bauprojekt zu verantworten. Ich übernehme gerne solch komplexe Aufgaben, bei denen viele Menschen und ihre verschiedenen Interessen aufeinander abzustimmen sind. Die Größe der Geschäftsführung ist ein besonderer Reiz bei der Pfarrstelle an der Johanneskirche.

RED: Lassen wir mal Geschäftsführung Geschäftsführung sein - worauf freuen Sie sich in Ihrer neuen Kirchengemeinde?

CD: Ich freue mich auf neue Menschen, auf ihre Lebensgeschichten, auf das Miteinander in einer großen, vielfältigen und lebendigen Gemeinde. Die Johanneskirche ist ein wunderbarer Bau mit einer besonderen Lage. Der Westen bietet Vielfalt und urbanes Leben. Ich freue mich auf die Begegnungen und die Zusammenarbeit in der neu entstehenden Gemeinde Stuttgart-West.

RED: Und wenn Sie dann mal sonntags „predigtfrei“ haben, weil Ihre Kollegin, Pfarrerin Simone Straub, den Gottesdienst übernimmt, wo und wie trifft man Sie an?

CD: Meine Frau und ich wandern gerne auf der Schwäbischen Alb oder im Schwarzwald. Wir reisen auch viel und besichtigen Städte, Burgen und Kirchen. Außerdem: Stuttgart bietet so viel großartige Kultur – Oper, Theater, Konzerte – da sind wir sicher auch weiterhin anzutreffen.

RED: Danke, dass Sie Rede und Antwort gestanden sind, lieber Herr Prof. Dr. Dinkel. Und wer den "Neuen" bei seiner "Feuertaufe am Feuersee", sprich seiner Amtseinführung als Pfarrer, erleben möchte, der kann sich gleich Sonntag, 12. Januar 2020 - 9:45 Uhr - Johanneskirche im Kalender notieren.