Vaterunser - Teil 3

Es steht in Matthäus 6,9-13, wird in jedem Gottesdienst gesprochen und dazu läuten die Glocken: Das Vaterunser. Dieses Gebet verbindet die Christenheit. Klaus-Dieter Ullrich hat sich in einem Seminar in der Evangelischen Kirchengemeinde Degerloch damit befasst. Heute stellt er Teil 3 vor.

Das Vaterunser ist ein weltumspannendes Gebet.

In der letzten Folge war das Thema die zweite Du-Bitte „Dein Reich komme“. Jetzt folgt die letzte Du-Bitte:

Dein Wille geschehe

Eine notwendige Bitte
Der Glaube an den unbedingt besten Willen Gottes steht in Spannung zu der Abwesenheit Gottes, die wir im Alltag oft erleben. Diese Bitte ruft um Hilfe, sie appelliert an Gott und seinen guten Willen, uns zu helfen gegen alle Bedrohung.

Eine hilfreiche Bitte
Ich darf die Verantwortung für diese Welt an Gott abgeben. Im Bereich des Unsichtbaren, des Himmels, gilt Gottes Wille allein. Wir beten, Gott möge auch auf seiner Erde alle menschenfeindlichen Mächte überwinden, damit nur noch seine Liebe in allen Bereichen die Menschen regiert. Damit weigert sich der Beter alles, was geschieht, einfach so hinzunehmen. Solange Gott dieser Welt die Treue hält, ist das letzte Wort nicht gesprochen.

Eine gefährliche Bitte
Gefährlich erscheint die Bitte, wenn wir das Gebet zu einem Appell an unseren eigenen Willen verfälschen und dann zu Taten schreiten, die wir als gottgewollt ansehen. Was haben Christen durch die Jahrhunderte verbrochen in der verblendeten Meinung, Gottes Willen zu befolgen.

Eine provozierende Bitte
Jesus ruft in dieser Bitte leidenschaftlich nach dem Schöpfer und Herrn der Geschichte, dass er endlich auf den Plan trete. Wer mit Jesus betet, der appelliert an den verborgenen Gott, sich zu zeigen. Das Bekenntnis, das dem Willen Gottes die Ehre gibt, schließt die Verpflichtung ein, diesem Willen dann auch gehorsam zu sein. Sich Gottes Willen unterzuordnen, bedeutet zugleich, auf seine Gebote zu achten und sie zu befolgen.

Eine Zusammenfassung
Es liegt in der Natur des Menschen, nur seinem eigenen Willen zu folgen und sich von Gott nicht dreinreden zu lassen. Worauf will Gottes Wille hinaus? Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen (1. Timotheus 2,4). Gottes Wohlwollen zeigt sich in der Liebe zu seinen Menschen.

„Dein Wille geschehe ... “ – darin liegt die Hoffnung, dass Gottes Wohlwollen die Macht hat, sich im Durcheinander der Welt durchzusetzen, auch im Durcheinander des eigenen Lebens. Gottes Willen für uns ist stärker als alle Unordnung der Welt.

[Anmerkung RED: Fortsetzung folgt mit den „Wir-Bitten“ und der Bitte „Unser tägliches Brot gib uns."]