25. Vesperkirchen-Saison beendet

Bei der 25. Vesperkirchensaison, die in 2019 unter dem Motto „Gemeinsam an einem Tisch“ stand, liegen nun die Fakten auf dem (Ess)Tisch: 27.900 Mittagessen lieferte wieder die Küche des Rudolf-Sophien-Stifts. Hinzu kamen 70.000 Becher Kaffee und die gleiche Menge an Tee. Insgesamt 18.000 Vesperbeutel wurden zudem tagtäglich an die Gäste verteilt.

Die Vesperkirchen Saison 2020 kann kommen

Jeden Tag wurden Brote für insgesamt 18.000 Vesperbeutel gestrichen.

Die Vesperkirche Stuttgart, ein Projekt des Kirchenkreises Stuttgart, wird nämlich von der Zivilgesellschaft getragen: Der eine gab als ehrenamtlicher Helfer seine Zeit, die andere Sach- oder Geldspenden und Dritte boten ihre beruflichen Kenntnisse als „Dienstleistungen am Nächsten“ an. So waren 20 Hauptamtliche und 870 Ehrenamtliche bei der Vesperkirche Stuttgart am Start ebenso wie Ärzte und Friseure, neu in 2019 eine Fußpflegerin und auch der Tierarzt kam vorbei.

Und was wäre die sonntägliche „Kultur in der Vesperkirche“ ohne Organisator Ralf Püpke, der wieder ein eindrucksvolles Kulturprogramm zusammengestellt hatte? Undenkbar! Auch die KünstlerINNEN, die hier auftraten, verzichteten auf ihre Gagen. Ein weiteres Highlight 2019: der „Nachtschichtgottesdienst“ zum Thema „Vertrauen in die Gesellschaft“ mit Soziologe Harmut Rosa und Kabarettist Stefan Waghubinger und Gastgeber Pfarrer Ralf Vogel.

Das ALFA-Mobil, ein Kursangebot zur Alphabetisierung, war genauso tatkräftig im Einsatz wie das neu zusammengestellte Vesperkirchenforscherteam. Dabei befragten Vesperkirchengäste andere Gäste zu Themen wie „Was schätzen Sie an der Vesperkirche? Welche Wünsche haben Sie? Wie schätzen Sie Ihre momentane Lebenssituation ein?“ etc. Diese Ergebnisse wurden am MitarbeiterINNENabend vorgestellt und fließen bei der Armutskonferenz in Stuttgart ein bzw. dienen der Op-timierung der 7 Wochen Vesperkirche für 2020.

Auch das Veranstaltungsformat „Betroffene berichten - PolitikerINNEN hören zu“ mit Dr. Michael Jantzer (SPD), Thomas Adler (SÖS-Linke-PluS), Beate Bulle-Schmid (CDU) und Ilse Bodenhöfer-Frey (Freie Wähler) im Dialog mit Langzeitarbeitslosen und moderiert von Christina Metke (public sense) fand regen Anklang. Dabei ging es hauptsächlich darum, was langzeitarbeitslose Menschen an Unterstützung brauchen.

So gebührt abschließend allen Unterstützern der Vesperkirche Stuttgart der Dank des Cannstatter Dekans Eckart Schultz-Berg: „Ganz herzlich möchte ich allen Ehren- und Hauptamtlichen danken, die sich dieses Jahr wieder auf so großartige Weise engagiert haben, auch den vielen weiteren Helferinnen und Helfern, Spenderinnen und Spendern!“

„Das lässt positiv in die Zukunft blicken, aber dennoch werden auch 2020 wieder die Türen der Leonhardskirche 7 Wochen lang für die Vesperkirche Stuttgart geöffnet werden müssen“, so Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann anknüpfend. „Bis dahin freut sich die Vesperkirche Stuttgart über weitere Spenden zur Finanzierung dieses großartigen Projekts, das modellhaft für viele andere Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz steht und schon vor einem Viertel Jahrhundert in Stuttgart gestartet wurde“, so Ehrmann weiter.

Weitere Fotos: Monika Johna & Liz Totzauer