Vesperkirche Stuttgart startet

Am kommenden Sonntag startet die Vesperkirche Stuttgart mit einem Auftakt-Gottesdienst unter dem Motto „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“ (Lukas 6,36). Doch eines ist jetzt schon klar: Die neue Vesperkirchen-Saison wird coronabedingt anders werden als gewohnt...

Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann will trotz Corona-Pandemie für ihre Vesperkirchengäste da sein

„Nach aktuellem Planungsstand wollen wir trotz Corona-Pandemie zweigleisig fahren, d. h. zunächst eine warme Mahlzeit to go anbieten und dann, sobald es die Infektionslage zulässt, den Kirchenraum für eine begrenzte Menge an Menschen öffnen“, so Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann.

Was bleibt ist der Auftakt-Gottesdienst am Sonntag, 17. Januar 2021 um 10 Uhr. Die Predigt zu Lukas 6,36, dem Motto der Vesperkirche Stuttgart, übernimmt Prof. Dr. Annette Noller, die neue Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg. „Ich bin sehr froh, dass es dieses Angebot geben wird und bedürftige Menschen eine Anlaufstelle für ein Essen und Kontakte haben. Vesperkirche wird wegen Corona in diesem Jahr auf Abstand und in veränderter Form stattfinden. Dennoch: Kein Mensch soll einsam bleiben und auf eine warme Mahlzeit verzichten müssen“, so Noller. 

Insgesamt dürfen 60 Personen nach Voranmeldung unter der Mailadresse des Diakoniepfarramts Stuttgart am Gottesdienst in der Leonhardskirche teilnehmen. Der Gottesdienst kann auch auf Youtube mitverfolgt werden.

Wie es dann in den nächsten Wochen weitergeht, wird man sehen. „Wir müssen flexibel bleiben, weil niemand im Voraus sagen kann, wie sich die Viruslage entwickelt“, rät Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann.

Das „Mittagessen für unterwegs“ wird in gewohnter Weise vom Küchenteam des Rudolf-Sophien-Stiftes unter Leitung von Bernd Fischer gekocht, ohne Plastikverpackung ausgeliefert und über den Ausgabeschalter der Magdalenenkapelle der Leonhardskirche täglich von 11:30 Uhr bis 15 Uhr verteilt. Des Weiteren sind die Bahnhofsmission sowie St. Georg als Ausgabeorte beteiligt. St. Maria fährt das Essen mit dem Lastenrad direkt zu den Obdachlosen.

„Den Kirchenraum werden wir dann, wenn es sein darf, ab 1. Februar für Kaffee, Tee, Wasser und Hefekranz für eine begrenzte Anzahl von Vesperkirchengästen - 60 an der Zahl nach heutigem Stand - in jeweils drei Schichten am Tag öffnen“, so Ehrmann. Zwischendurch wird desinfiziert und gelüftet.

Den Einlass regelt ein extra dafür programmiertes Chipkarten-System der Stuttgarter Digitalagentur schwinge GmbH. Jeder Vesperkirchengast erhält zu Saisonauftakt, aber auch noch in den kommenden 7 Wochen, im Brot für die Welt-Wohnwagen, der vor der Leonhardskirche geparkt steht, gegen datenschutzkonforme Hinterlegung von Adresse und Telefonnummer eine anonyme Chipkarte. Ein Ampelsystem gewährt dann den Zutritt in die Kirche. „Im Bedarfsfall können Infektionsketten über die jeweils genutzten Chipkarten nachverfolgt werden“, so die Diakoniepfarrerin. 

Anders als sonst wird es dieses Jahr keine Ärzte, keine Frisöre, keine Fußpflege und auch keine Veranstaltungen geben. „Letztlich aber zählt doch, dass die Vesperkirche Stuttgart 2021, wenn auch unter Corona-Bedingungen, stattfinden kann“, so Ehrmann hoffnungsvoll.